SATURN RETURN: Die Geste des Loslassens (Tasmania, 2006)

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Ritual des Loslassens zur Saturn Wiederkunft (saturn return), Tasmania 2006

 

Zu meiner ersten Saturn Wiederkunft (saturn return) führte mich eine Reihe von Begebenheiten und Begegnungen während eines längere Australienaufenthalts zum Lake Gordon auf Tasmanien. An diesem hydroelektrischen Stausee, auf dessen Staumauer stehend, habe ich das erste Mal ein Ritual vollzogen, das mich seitdem sowohl auf meinen Reisen als auch in meinem Alltag begleitet. Ein Ritual von dem ich erst später erfuhr, das es einem daoistischen Trauerritual gleicht, bei dem man eine starke Emotion zur Transformation in ein anderes Element übergibt. Dieses Element kann Erde, Feuer oder Wasser sein. Aus der Geste des Loslassens wurde damals unverhofft eine Geste der Einladung – der Einladung an etwas Neues, das ins Leben tritt.

Um was es sich dabei handeln würde, war mir damals nicht bewusst. Ich studierte Kommunikationsdesign, jobbte als Barmann in einer berüchtigten Diskothek und wollte mir eine Auszeit in Sydney können, um dort ein Grafikpraktikum zu absolvieren. Die Dinge kamen ganz anders: Rückblickend war es der Beginn einer langjährigen Transformation, die mich weg vom Kreativberuf auf den Weg zum Heilpraktiker für Traditionelle Chinesische Medizin führte. Und so war ich dann mit Mitte dreißig wieder dort angekommen, wo ich eigentlich herkam: Aus einer Medizinerfamilie stammend, war mir bereits als Teenager klar, dass dies nicht mein Weg sein würde. Über zahlreiche Umwege – Architektur, Geisteswissenschaften, Kommunikationsdesign – gelangte ich zu einer Fortführung der elterlichen Ärztetradition, jedoch mit anderen Verfahren aus einem anderen Weltbild heraus das menschlichen Urthema von Gesundheit und Krankheit betrachtend.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm heißt es so oft – in meinem Fall fiel er etwas weiter weg und rollte wieder in seine Nähe …