Die Geschmacksrichtungen von Nahrungsmitteln|TCM

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Die Geschmacksrichtungen der TCM

 

Die Betrachtung von energetischer Natur und Geschmacksrichtungen der Nahrungsmittel nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM ist ein Weg, ihre Eigenschaften und Wirkungen auf den menschlichen Körper zu beschreiben. Die aktuelle Geschmackswahrnehmung einiger Nahrungsmittel korrespondiert nicht unbedingt mit der ihnen zugeschriebenen Geschmacksrichtung.

Der süße Geschmack (YANG)

Die süße Geschmacksrichtungen haben einen Bezug zur Milz und meinen den fad-süßen Geschmack von Getreide wie Hirse, wohlgemerkt keine Industriezucker oder Honig bzw. Sirup, da eine übermäßig süße Ernährung zu Ansammlung von Feuchtigkeit und Schleim führt und Gewebswucherungen begünstigen kann. In richtigen Mengen wirkt die süße Geschmacksrichtung nährend, stimulierend, dienen dem Verdauungsprozess und entspannen die glatte Muskulatur. Getreide, Wurzelgemüse, Fleisch sind süß-warm oder süß-neutral, Obst tendenziell süß-kühl. Die süßen Geschmacksrichtungen sind besonders bei Mangel-Mustern von Bedeutung.

Der scharfe Geschmack (YANG)

Die scharfen Geschmacksrichtungen zerstreuen und lenken das Qi nach oben und nach außen in Richtung Oberfläche. Sie wirken auf die Lunge und unterstützen die Milz bei schwerer Kost. Die scharfen Geschmacksrichtungen fördern das Schwitzen, helfen Schleim aufzulösen und unterstützen die Zirkulation der beiden vitalen Substanzen Qi und Blut. Da die Schärfe durch Kochen vermindert wird, ist leichtes oder gar kein Kochen angebracht, wenn der scharfe Aspekt gewünscht ist.

Eine übermäßig scharfe Ernährung neigt dazu, Energie Qi und Substanzen YIN zu zerstreuen und Trockenheit zu begünstigen und ist bei Mangelzuständen zu vermeiden. Zwiebel, Knoblauch, Chili, Pfeffer, Ingwer und weitere Küchengewürze sind scharf-warm, Rettich, Kohl, Sellerie, Pfefferminze und Brunnenkresse scharf-kühl.

Der saure Geschmack (YIN)

Die sauren Geschmacksrichtungen sind adstringierend (zusammenziehend) und wirken eher kühlend. Sauer hat einen Bezug zur Leber, bewahrt die Flüssigkeiten und unterstützt den Tonus und das Festigen der Gewebe. Früchte sind oft sauer, ebenso Tomaten, Joghurt, Sauerteigbrot, Essiggurken und Wein.

Eine übermäßig saure Ernährung kann den Stoffwechsel verlangsamen und pathogene (krankmachende) Faktoren im Körper zurückhalten, so dass der saure Geschmack bei Anwesenheit von Feuchtigkeit sparsam eingesetzt werden sollte.

Der bittere Geschmack (YIN)

Die bitteren Geschmacksrichtungen sind trocknend, absteigend, häufig kühlend und haben einen Bezug zum Herzen. Sie unterstützen in geringem Maße die Milz und den Magen und trocknen pathogene Feuchtigkeit.

Eine übermäßig bittere Ernährung kann die Milz schwächen, YIN und Blut schädigen und Trockenheit begünstigen. Kaffee, Tee, Hafer, Roggen, Broccoli, einige Blattsalate, Bittermelone sind bitter.

Der salzige Geschmack (YIN)

Die salzigen Geschmacksrichtungen sind kühlend, befeuchtend und richten ihre  Wirkung nach innen und unten. Sie haben eine absteigende, zusammenziehende Tendenz, wirken auf Gewebsverhärtungen erweichend und auflösend. Salzig hat einen speziellen Bezug zur Niere.

Eine übermäßig salzige Ernährung kann Feuchtigkeit verstärken, Blut und Knochen schädigen und den Flüssigkeitshaushalt stören. Salzig sind neben Speisesalz Meeresfrüchte, Algen, Seetang, fermentierte Sojaprodukte.

 

Dies ist eine kurze und unvollständige Ausführung zu den Geschmacksrichtungen im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM. Die Einteilung der Lebensmittel ist gelegentlich uneinheitlich und weicht je nach verwendeter Literatur ab. Zum ernährungstherapeutischen Einsatz der Diätik nach TCM ist eine Anamnese und Befundung durch einen Heilpraktiker oder Arzt zu empfehlen, der in Traditioneller Chinesischer Medizin|TCM ausgebildet ist.

 

Veröffentlicht von

BRUNNENKUPPE

acupuncturist|german heilpraktiker|naturopathic practitioner

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