Prebiotika: Inulin als Darmtherapeutikum

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Alantwurzel (Inula helenium) oder auch Darmwurz ist reich an Inulin

 

Die therapeutische Gabe von Oligofructose- und Inulinhaltiger Prebiotika dient der selektiven Stimulation der Milchsäurebakterienflora im menschlichen Darm.

Was sind Prebiotika?

Prebiotika sind schlicht Ballaststoffe, die nicht verstoffwechselt werden jedoch der selektive Stimulation der Milchsäurebakterien (Bifidobacteria species, Lactobacilli species) im menschlichen Darm nützlich sind. Durch ihre Bestandteile wie Oligofructose und Inulin (nicht zu verwechseln mit dem Hormon Insulin, das zur Regulation des Blutzuckerspiegel beträgt) dienen sie als Futter für die nützliche protektive Darmflora und wirken so vorteilhaft bei der Wiederherstellung einer physiologischen Darmflora bei eventuell gleichzeitiger Gabe von Probiotika. Dies ist letzterzeit vermehrt auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

Milchsäurebakterien verstoffwechseln diese Ballaststoffe und produzieren kurzkettige Fettsäuren wie Buttersäure, die die Darmschleimhaut in ihrer Funktion als Barriere unterstützen und der auch eine auf den Darm bezogene krebsvermeidende Wirkung zugeschrieben wird.

Pflanzennährstoff Inulin

Inulin ist ein Pflanzennährstoff und kommt natürlicherweise in den Wurzeln von Chicoree, Löwenzahn oder Kletten vor. Es besitzt als Phytonährstoff eine nährende und speichernde Funktion für die Pflanze.

Es ist gut löslich in heißem Wasser und da es geschmacksneutral bleibt, eignet es sich hervorragend zum Kochen und Backen. So eingesetzt erhöht es zum Beispiel die Cremigkeit von Süßspeisen.

Vorteile von Prebiotika

Die therapeutischen Vorteile von prebiotischen Ballaststoffen wie Inulin und Oligofructose sind vielfältig: Sie dienen dem Aufbau der mukosaprotektiven (darmschleimhautschützenden) Milchsäurebakterienflora, führen zum Rückgang Gram-positiver (pathogener) Bakterien, Unterstützen die Vermeidung von Neoplasien (Gewebsneubildungen) im Darm und fördern die Regulation des leicht sauren PH-Wertes im Dickdarm, was ein natürliches Milieu für die dort vorkommende Darmflora darstellt.

Wirkung von Inulin im Sinne der TCM

Inulinreiche Pflanzen wie 木香 Mu Xiang – Himalyaschartenwurzel (Aucklandiae Radix) oder 党参 Dang Shen Glockenwinde (Codonopsis Radix) werden traditionellerweise als Milztonikum sowie Qi regulierendes und aufbauendes Mittel genutzt und sind somit und durch ihren Bezug auf Lunge|Dickdarm auch der Darmgesundheit förderlich. Die Alantwurzel (Inula helenium) wird in manchen Teilen Chinas als Ersatz für Codonopis eingesetzt und wurde auch im Westen seit der Antike bei Magen-Darm-Beschwerden und Bronchialkatarrhen eingenommen.

Die Analyse der Inhaltsstoffe entspricht jedoch eher der modernen westlichen Verwendung von Heilpflanzen. Inulin an sich ist im Geschmack neutral-süß und impliziert dadurch eine harmonisierende Wirkung auf die Organe der Verdauung und der chinesischen Mitte: Milz|Magen.

Veröffentlicht von

BRUNNENKUPPE

acupuncturist|german heilpraktiker|naturopathic practitioner

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