Was ist Akupunktur? Teil I

akupunktur

 

Grundlegendes zur Akupunktur als Verfahren der TCM

Die Akupunktur nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist eine sanfte Methode zur Regulation der körpereigenen Energie unter Berücksichtigung des ganzheitlichen Zusammenspiels von Körper, Geist und Seele. Verwendet werden sehr dünne Nadeln, die schmerzarm unter die Haut gebracht werden und das sogenannte Qi, die Energie des Körpers harmonisieren. Die Behandlung findet meist im Liegen statt, der Patient erfährt oft eine sehr tiefe Entspannung, die in den Alltag nachwirkt und auch auf eine psychoemotionale Ebene Einfluss nehmen kann.

Akupunktur wird seit mehr als 2000 Jahren im Ursprungsland China angewandt und gehört dort auch heute noch zur gängigen Heilmethode in öffentlichen Krankenhäusern. Die praktizierende Ärzte werden sowohl in Traditioneller Chinesischer Medizin als auch in westlicher moderner Schulmedizin ausgebildet.

Die Akupunktur ist eines der wesentlichen Verfahren der TCM, neben Kräuterheilkunde kommen diverse weitere Verfahren wie Moxibustion (Abbrennen von Beifusskraut in unterschiedlichen Formen), Schröpfen (trocken oder blutig mittels Schröpfköpfen aus Glas oder Kunststoff), Gua Sha (eine Schabetechnik, die sich eines Griffels aus Jade, Keramik oder Kunststoff bedient) und Qi Gong (meditative Übungsformen, die das Zuammenspiel von Atmung und Bewegung harmonisieren) zum Einsatz.

Funktionsweise der Akupunktur

Feine Nadeln werden an spezifischen Punkten des energetischen Leitbahnsystems gesetzt, dem sogenannten Meridiansystem, das den Körper durchzieht. Es hat Verbindungen zu allen Organen. Es gibt 365 Akupunkturpunkte plus weitere Extrapunkte. Ziel ist eine Verbesserung des Energieflusses sowie eine Harmonisierung der Pulse.

Die Auswahl der Akupunkturpunkte erfolgt nach einer Anamnese im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin, die klassischerweise aus der Betrachtung der Zunge und Prüfung des radialen Pulses am Handgelenk besteht (Puls- und Zungendiagnostik) sowie der ausführlichen Befragung des Patienten und eventuell dem Abtasten der Meridiane.

Die Nadelung erfolgt in unterschiedlichen Techniken während der Patient entspannt in einer stabilen Position sitzt oder liegt. Es kann zu einem sogenannten De-Qi-Gefühl kommen, das wie ein elektrischer Impuls oder ähnliche Nadelempfindungen beschrieben wird. Die Nadeln verbleiben meist 15-30 Minuten an der Einstichstelle.

Wirkungsweise der Akupunktur

Die Wirkungsweise der Akupunktur konnte aus westlicher Sicht wissenschaftlich nocht nicht abschließend erklärt werden. Vermutet werden Nervenreize, die die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Rückenmark hemmen. Bewiesen ist die vermehrte Ausschüttung körpereigener Botenstoffe im Gehirn – die Neurotransmitter Serotonin und Endorphin. Bei der Chinesischen Medizin handelt es sich um eine sehr alte erfahrungsbasierte Medizin, die auf Beobachtungen beruht und sich auf ein anderes Weltbild bezieht. In neuerer Zeit wurden sehr viele wissenschaftliche Studien durchgeführt, heute gehört die Akupunktur zu den alternativen Heilverfahren, die am besten erforscht wurden.

Das Ergebnis einer Akupunktur:

  • die Durchblutung verbessert sich
  • die Muskulatur entspannt sich
  • das vegetative System wird harmonisiert

Weitere Informationen zu Akupunktur finden Sie hier:

AGTCM – Was ist Akupunktur?

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Stress-Management: Schreien oder weglaufen?

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Stress-Management: Der Punkt an der Weggabelung – weitermachen wie bisher?

 

Wer hat ihn nicht? Stress! Ob eigener Leistungsanspruch, erhöhter Leistungsdruck im Arbeitsleben, Familienverpflichtungen, reale Existenzängste oder die alltägliche Hektik moderner Großstädte durch zunehmenden Verkehr und Termindruck. Er ist allgegenwärtig und ein Teil unserer Lebenskultur geworden.

Die klassische Unterscheidung zwischen positiven Eustress und negativ auswirkendem Disstress ist aus der Perspektive der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) allerdings hinfällig. Beides verursacht inneren Wind im Körper – Symptome wie Kopfschmerz, Migräne, Schwindel, Vertigo, Nackenverspannungen, Unruhe und Agitiertheit können auftreten. Oder er zeichnet sich schlicht durch hektisches Verhalten, unüberlegtes, eher spontanes und getriebenes Handeln und Abnahme des Konzentrationsvermögen auf eine Sache ab.

Als Komplikation kann es nach Phasen intensiver Überlastung und anhaltendem Stress, der nicht durch sportliche Bewegung, Regeneration und Entspannungsverfahren wie Qigong, Taijijuan, Yoga oder autogenes Training abgebaut wurde zu einem Burnout-Sydrom (Ausgebranntsein) kommen. Es handelt sich dabei um einen Zustand von emotionaler Erschöpfung und reduzierter Leistungsfähigkeit: Nichts geht mehr, selbst alltägliche Aufgaben und Erledigungen werden zur Last und Herausforderung. Der Burnout steht in einer langen Entwicklungslinie von Idealismus, Frustration, Überlastung, Depression einerseits oder Aggressivität und Suchtverhalten

Eine effektive Behandlung des Stresszustandes ist mittels Akupunktur möglich. Die feinen Nadeln wirken auf der Ebene einer vagotonen Umstimmung des überreizten Sympathikus, dem Teilaspekt des zentralen Nervensystems, der für die Vermittlung der Stressreaktion verantwortlich ist. Durch die gezielte Nadelung entlang der feinen Energieleitbahnen des Körpers, sogenannter Meridiane kommt es zur vermehrten Ausschüttung körpereigner Neurotransmitter wie Serotonin und Endorphin. Dies ist auch Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Studien der Schulmedizin, die versuchen, die Wirkmechanismen dieses alten Heilverfahrens zu erforschen und zu belegen.

Auch ohne ausführliche Anamnese ist diese Behandlung auf Einzelindikation zur akuten Intervention und Stressreduktion möglich. Der Körper gelangt durch die vagotone Umstimmung in einen Zustand tiefer Entspannung, kann sich wieder regenerieren und wird aus dieser inneren Ebene bei der Bewältigung des Stress‘, dem sogenannten Coping unterstützt. Im Sinne einer ganzheitlichen Therapie ist jedoch eine umfängliche Erhebung der stressauslösenden Faktoren nötig, um ein nachhaltiges und aktives Stress-Management in der Beratung anbieten zu können.

Colon-Hydro-Therapie zur rechten Jahreszeit

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Im Rhythmus der Wandlungsphasen : Im Wasser die Dinge ruhen lassen

 

Colon-Hydro-Therapie als adjuvante Therapiemöglichkeit: Äußere bioklimatische Faktoren wie Wind, Hitze, Kälte, Feuchtigkeit bedingen neue und verstärken bestehende pathogene Faktoren im Inneren des Körpers oder bessern sie. Der Mensch ist Teil des großen Ganzen der Natur und warum sollte so etwas Profanes wie das Wetter nicht auf ihn und seine Krankheiten wirken? Das im Hinterkopf bewahrend, lässt Anfragen für Colon-Hydro-Therapie im diesjährigen Matschwinter – einer Zusammenkunft von Kälte, Nässe und Wind – doch in einem anderen Licht erscheinen. Gerade zu dieser Zeit ist es wichtig, im Kontakt zu sein mit dem eigenen Körper, der eigenen Umwelt, dem Wetter und dem immerzu wiederkehrenden jahreszeitlich-zyklischen Rhythmus von Aufbau, Abbau und Bewahrung der eigenen Ressourcen: In Resonanz mit dem Außen.

Traditionell werden solche ausleitenden Verfahren wie unter anderem die Colon-Hydro-Therapie im zeitigen Frühjahr nach der Winterruhe oder im Frühherbst nach der Fülle und Hitze des Sommers angewendet, um den Körper und sein Immunsystem bei seiner Arbeit zu unterstützen, die in den saisonalen Übergangszeiten verstärkt auf ihn zukommt. Nicht ohne Grund orientiert sich also die uns bekannte Fastenzeit am ersten Frühlingsvollmond und beginnt 40 Tage vor Ostern nach Aschermittwoch – nach einer Zeit des Ruhens und Bewahrens zum Beginn der Wandlungsphase Holz im Februar.

Die Colon-Hydro-Therapie – eingebettet in ein Behandlungskonzept ganzheitlicher Darmgesundheit – stellt eine sinnvolle Erweiterung der TCM-Therapie dar, wenn eine entsprechende Indikation wie chronische Darmprobleme (keine akuten Entzündungsprozesse), Meteorismus (Blähbauch), chronische Leberüberlastung oder Hautprobleme vorliegt. Nach einer Anamnese im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin kann der unterstützende Einsatz dieses zusätzlichen Verfahrens erwogen werden, wenn keine Feuchtigkeitspathologie vorliegt oder diagnostizierte chinesische Syndrom-Muster dagegen sprechen.

SHOU ZHONG – die Mitte bewahren (Berlin, 2014)

TCM wegdermitte
Shou Zhong – den Weg der Mitte gehen

 

Weitere 3 Jahre sind vergangen, eine Fachausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) folgte und nach den vorhergehenden zwei Jahren Vorbereitung auf die staatliche Heilpraktikerprüfung, in denen es lediglich um Pathologie, Krankheit und Infektionsschutzgesetz ging, endlich der Acker, den ich eigentlich bearbeiten wollte: Die Chinesische Medizin als die ganzheitliche Medizin, wegen derer ich diesen Weg gehen wollte. Aus der eigenen langjährigen Erfahrung als Patient, den Möglichkeiten der chinesischen Akupunktur- und Kräutertherapie meiner Heilpraktikerin Almut Glagau erwuchs das Leitbild meiner eigenen Arbeit.


Aufmerksam zuhören und beobachten, die wirklich relevanten Themen erforschen und benennen, unter Einbeziehung von Ernährung und Lebensführung den Patienten den Weg in Linderung und Besserung weisen. Eventuell den Raum für Heilung ermöglichen.


Das wurde für mich persönlich der Weg der Mitte, den ich an der Shou Zhong, Ausbildungszentrum Ost der Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V. (AGTCM) vertiefte. Diese bundesweite Vereinigung von Heilpraktikern und Ärzten, denen das Interesse an Klassischer Akupunktur und den Weiten der Chinesischen Medizin gemeinsam ist steht für eine hohen Standard in Aus- und Fortbildung. So professionalisierte ich das, was 2008 nach der Erfahrung des ersten Massagekurs nur mehr ein grosses JA war. Ein Ja zum wunderbaren Weg, der Weg der Mitte, A Road Less Traveled, der mich nach 5 Jahren zum Heilpraktiker für Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) führte.

Während dieser intensiven Zeit lernte ich die alternative und eigenständige Sichtweise der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als eine ganzheitliche Perspektive auf Krankheitsgeschehen kennen und schätze die umfangreiche Bandbreite an therapeutischen Verfahren, die mir durch ein vielschichtiges Dozententeam mit auf den Weg gegeben wurden. Die TCM bedient sich unter anderem folgender Verfahren: Akupunktur (die bekannte chinesische Nadelung in die Tiefe der Gewebe), Moxibustion (das Abbrennen von Beifusskraut in unterschiedlichen Anwendungsformen), Schröpfen (trocken oder blutig), Gua Sha (eine klassische Schabetechnik an der Hautoberfläche), Qi Gong (meditative Führung von Bewegung und Atmung) sowie japanische Style der Akupunktur (oberflächliche Nadelung in die Haut, z.B. Meridiantherapie, Manaka, etc.).

Das umfangreiche theoretische Wissen wurde während der zweijährigen Lehrpraxis des angeschlossenen Ambulatoriums unmittelbar bei der praktischen Behandlung realer Patienten angewandt und zugleich vertieft.

 

Weitere Informationen zur AGTCM inklusive Therapeutenfinder:

www.agtcm.de