Superfood: Natives Kokosöl

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Tropical Superfood: Natives Kokosöl

 

Natives Kokosöl ist ein sehr natürliches hochwertiges Fett, das reich an gesättigten Fettsäuren ist mit vielen positiven gesundheitsförderlichen Eigenschaften. Es wird aus der Kaltpressung von Kokosraspeln gewonnen und kann einen wertvollen Beitrag zu einer gesundheitsbewussten Ernährung leisten.

Kokosöl: Ein hochqualitatives Lebensmittel

Entgegen den Interessen der Nahrungsmittelindustrien westlicher Länder sind es gerade die naturbelassenen, gering industriell raffinierten und verarbeiteten tropischen Fette, die sich positiv auf den menschlichen Stoffwechsel auswirken.

Hingegen weitläufiger Meinung sind gesättigte Fette wie in Kokosöl mit ihrem hohen Gehalt an mittelkettigen Fettsäuren (Medium-Chain-Triglycerides – MCT) sehr günstig für den Fettstoffwechsel, da sie direkt von der Leber ohne Zusatz von Gallensäuren oder Pankreasenzymen verstoffwechselt werden können und so sehr leicht verdaulich sind. Die geringere Länge der Molekülketten (8-12 Kohlenstoffatome anstatt 12-24 Atome wie bei langkettigen Fettsäuren) belasten den Fettstoffwechsel einer eventuell bereits geschwächten Leber deutlich weniger als hochverarbeitete gehärtete Industriefette aus Sonnenblumen, Soja, Mais oder Raps mit ihrem hohen Anteil an Transfetten. Dies erklärt sich aus der chemisch instabileren Struktur ungesättigter Pflanzenfette.

Kokosöl unterstützt bei der Gewichtsreduktion

Da MCT in der Leber bevorzugt zu sogenannten Ketonkörpern umgewandelt und somit zur Energiegewinnung genutzt werden können, gelangen sie nicht in die üblichen Fettpolster um Bauch, Hüfte, Po. Die Einnahme von hochwertigen nativen Fetten wie Kokos- oder Palmkernöl unterstützt sogar bei der Gewichtsreduktion, da sie eine geringere Energiedichte besitzen und der Körper zum Abbau von Fettdepots diese anders strukturierten Fettsäuren sogar benötigt. Dies legen auch japanische Studienergebnisse aus dem Jahre 2001 nahe: JN – Journal of Nutrition.

Kokosöl untestützt bei Infektionen

MCT wirken antimykotisch bei Pilzinfektionen des Darms, der vaginalen Schleimhäute sowie der Haut durch Candida Albicans. Desweiteren wirken sie antimikrobiell auf pathogene Keime und antiviral, da sie die Lipidhüllen sogenannter behüllter Viren auflösen (z.B. Herpes simplex, Masernviren, Grippeviren).

Kokosöl unterstützt das Herz-Kreislauf-System

Auf besonderes Forschungsinteresse stießen die cardioprotektiven Eigenschaften des Kokosöls. In mehreren Studien wurden bereits in den 1980er Jahren Bevölkerungsgruppen untersucht, die traditionell ausschließlich Kokosöl konsumieren. Die Ergebnisse legen eines nahe: Der regelmäßige Verzehr von Kokosöl kann trotz seiner gesättigten Fettsäuren dazu beitragen, ein wünschenswertes Verhältnis der Blutfettwerte (Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, LDL/HDL-Ratio) zu bewahren sowie arteriosklerotische Ablagerungen in den Blutgefäßen zu vermeiden und so das Risiko für Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße zu minimieren.

Koskosöl in der TCM

Öle im Allgemeinen werden der Wandlungsphase Erde zugeordnet, Kokosöl im Speziellen harmonisiert die Mitte einschließlich der Leber, nährt das YIN und lässt so seinen ernährungstherapeutischen Einsatz in der Behandlung des Malabsorptionssyndroms oder in der adjuvanten Krebstherapie aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM erklären. Da es leicht kühl ist, unterstützt es  – maßvoll eingesetzt – den Körper dabei, Nahrungsmittelpathogene wie Hitze oder Feuchte-Hitze aus der Leber oder Gallenblase zu eleminieren.

Superfood Kokosöl

Die zahlreichen gesundheitsförderlichen Eigenschaften, seine geringe industrielle Verarbeitung und sein Gehalt an hochwertigen stabilen gesättigten Fettsäuren machen natives Kokosöl zu einem wahren Superfood, das in keiner gesundheitsbewussten Küche fehlen sollte. Es lässt sich vielseitig zur geschmacklichen Abrundung vor allem von Süßspeisen, Smoothies, etc. verwenden, harmonisiert aber auch Deftiges aller Art. Zudem ist es zum Backen geeignet, sollte zum Braten allerdings wie alle hochwertigen nativen Fette nicht über seinen Rauchpunkt erhitzt werden. Die Tagesdosis ist individuell verschieden und sollte sich im Rahmen von 2-5 Esslöffeln bewegen.

Ernährung: Einfache Regeln für eine starke Mitte

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Vielfalt: Eine einfache Regel für eine kraftvolle Mitte

 

Der komplexe Vorgang der Verdauung ist aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM zentrale Aufgabe der Mitte, dem Organpaar der Wandlungsphase Erde: Milz|Magen. Die Mitte transportiert, transformiert und integriert alles was von außen als materielle, emotionale, geistige Nahrung aufgenommen wird und entscheidet, aus was wir uns selbst herstellen wollen.

Ernährung: Pathogener Faktor versus Heilmittel

Ernährung kann in dieser Hinsicht ein krankmachender Faktor sein, aber auch eine therapeutische Möglichkeit und eigener aktiver Beitrag zur Verbesserung der Situation. Nahrungsmittel besitzen wie Heilpflanzen thermische und energetische Eigenschaften, ihre Geschmacksrichtungen haben vielfältige Wirkungen auf die vitalen Substanzen – Qi (Energie) und Xue (Blut) – des Körpers: bewegend, zerstreuend, befeuchtend, kühlend, trocknend, erwärmend, erhitzend.

Die Qualität der Wandlungsphase Erde ist das gleichförmige und manchmal unaufregend monotone Verrichten alltäglicher Arbeit gleichsam dem beständigen Pflügen eines Ackers. Ihr bioklimatischer Faktor ist Feuchtigkeit, ihr pathogener Faktor ist Nässe, dass heißt läuft die Erde nicht harmonisch rund, kann es zu Ansammlung von pathogener Feuchtigkeit in Form von Schwellungen, Schweregefühl (des Unterleibs/der Beine), Verdauungsstörungen, Verschleimung der Atemwege, Konzentrationsschwäche, Grübeln und Gedankenkreisen kommen. Langanhaltende Infekte, Krankeiten und Emotionen schwächen auf Dauer die Mitte.

Durch ein paare einfache Ernährungsregeln können wir unsere Mitte beziehungsweise Erde in ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen:

Grundsätzlich:

  • Essen ist lebenswichtig und sollte einen entsprechenden Platz im Alltag einnehmen
  • Regelmäßigkeit ist der Mitte förderlich – Hungern, Fasten oder Mahlzeiten ausfallen lassen nicht
  • Wechsel von Fülle und Leere beachten: zwischen den Mahlzeiten der Verdauung ca. 4 Stunden Zeit lassen
  • soviel Essen bis man gerade satt ist – und nicht Überessen
  • Gut kauen, die Verdauung beginnt bereits im Mund und entlastet so die Mitte

Wann?

  • morgens idealerweise ein warmes Frühstück zu sich nehmen (nährt die Milz)
  • abends nicht mehr nach 19 Uhr essen, um der Leber des Nachts Zeit für ihre Aufgaben zu geben

Was?

  • gekochtes vollwertiges Getreide als tägliche Grundlage (Hirse, Dinkel, brauner Reis – wenig Pasta, Polenta, Couscous)
  • viel frisches gegartes Gemüse, gekochtes Obst
  • gute Proteinquellen sind Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen) und Fleischalternativen (Tofu, Tempeh, Seitan), frischer Fisch und eventuell gelegentlich Bio-Fleisch
  • achten Sie auf hochwertige Fette, vermeiden Sie Transfette und gehärtete Fette
  • generell auf Qualität achten, Frische ist stets von Vorteil, Geiz ist geil gilt nicht beim Herstellen von sich selbst
  • saisonale Auswahl der Zutaten unter Berücksichtigung der Konstitution

Wie?

  • Motto: Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler. 
  • Zurückhaltung mit Schleimbildnern: Süßigkeiten, Milchprodukte (führen zu pathogener Feuchtigkeit und Schleim)
  • maßvoller Genuss von Genussmitteln: Kaffee, Schwarztee, Alkohol, Energydrinks (induzieren Hitze)
  • saisonales Verhältnis von Rohkost (zuviel schwächt die Milz) zu Kochkost
  • keine eisgekühlten Getränke und Speisen (schwächen Magen und Milz stark)

Getränke:

  • ausreichend trinken (Konzentration des Urins), nicht während des Essen
  • das ernährungsphysiologisch beste Getränk ist warmes bis heißes Wasser
  • Tees wechseln – Kräutertees haben eine pharmakologische Wirkung und sind nicht als Dauergetränk geeignet

 

Essen ist etwas Alltägliches, andauernd Wiederkehrendes. Die Befolgung dieser einfachen Regeln erleichtert der Mitte ihre alltägliche Aufgabe des Transports, Tranformation, Integration – eine starke Mitte wird es Ihnen danken.

 

Mehr Wissenswertes zum Thema warmes Frühstück auf FID-Gesundheitswissen.

Ein Rezept für warmes Frühstück finden Sie auch hier.

Superfood: Matcha Grüntee

matcha
MATCHA: Der japanische Espresso

 

Matcha ist ein sehr hochwertiger japanischer Grüntee, er gilt als eines der gesündesten Lebensmittel. In Asien wird er seit Jahrhunderten als das Getränk der Unsterblichkeit bezeichnet. Das Wort stammt aus dem Japanischen und bedeutet schlicht gemahlener Tee. Matcha ist ein hochfeines, jadegrünes Teepulver, das in Granitsteinmühlen vermahlen wird. Neben ordentlich Koffein enthält er natürliche Antioxidantien, Vitamine und Mineralien und wirkt so belebend und nährend.

Inhaltsstoffe von Matcha

Da der Tee im Ganzen aufgenommen wird, kommt der Körper bei Matcha in den vollen Genuss der wertvollen Inhaltsstoffe:

  • Polyphenole – speziell Catechine sind pflanzliche Bitterstoffe, die 30% der trockenen Blattmasse ausmachen – Antioxidiantien, die als Radikalfänger schädliche freie Sauerstoffverbindungen im Körper reduzieren. Eines dieser Stoffe ist Epigallocatechin-Gallat (EGCG), dem eine krebsvorbeugende Wirkung sowie zahlreiche weitere positive Eigenschaften zugeschrieben wird, unter anderem cholesterinsenkend, blutdrucksenkend, blutzuckerspiegelregulierend, antimikrobiell, parodontosevorbeugend
  • L-Theanin – eine für Grüntee typische Aminosäure, hat eine schützende Wirkung auf Nervenzellen, wirkt stressreduzierend und harmonisiert die Wirkung des Koffeins, gemeinsam belebend und konzentrationsfördernd
  • Ballaststoffe – besitzen neben der stuhlregulierenden Wirkung weitere Vorteile für den Körper: sie verhindern die Bildung schädlicher Stoffwechselprodukte, regulieren durch eine geringere Energiedichte des Darminhaltes den Blutzuckerspiegel und bieten der physiologischen nützlichen Darmflora als Prebiotika eine Nährstoffquelle; so tragen sie dazu bei, die Darmschleimhaut in ihrer Barrierefunktion zu stabilisieren und vor chronisch-entzündlichen Prozessen im Darm sowie Darmkrebs vorzubeugen
  • Vitamine – reich an Vitamin C, Vitamin A, B3, Kalium und weiteren Spurenelementen

Matcha in der TCM

Grüner Tee ist eine bedeutende Heilpflanze in der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM. Die Blätter des Teestrauchs sind bitter und süß, leicht kalt, absenkend und absteigend, sie wirken auf Herz- und Leber-Leitbahn. Grüntee wirkt entgiftend, Hitze klärend und kühlend. Er hilft, sogenannte Hitze-Toxine auszuleiten, die sich durch den Konsum von Fleisch, Gegrilltem, schwerem, fettigem Essen, Alkohol, Tabak, Medikamenten im Körper ansammeln. Grüntee eignet sich hervorragend als Verdauungshilfe nach schweren Mahlzeiten, senkt gegenläufiges Qi ab, klärt die Augen und den Geist und steigert dadurch die Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung.


Um Unruhe und fettige Dinge zu beseitigen, ist grüner Tee ein Muss im täglichen Leben.


Aufgrund seiner energetisch kühlenden Wirkung sollte man ihn bei Schwäche der Milz oder bei Kälte-Symptomen nicht im Übermaß oder kalt trinken, um Ansammlung von pathogener Feuchtigkeit und Kälte in Milz und Magen zu vermeiden.

Zubereitung von Matcha

Feiner Matcha wird in einer Schale mit etwas 70-80 Grad heißem Wasser aufgegossen, mit einem Bambusbesen schaumig gerührt und weiter bis zur gewünschten Verdünnung aufgefüllt. So bleiben seine wertvollen Inhaltsstoffe weitgehend erhalten. Die gröberen Sorten, sogenannte Kochmatcha lassen sich vielseitig in der Küche verwenden: Smoothies, Kaltspeisen, Süßspeisen – oder zu Schokoladen mit Benefit verarbeiten.

 

Seine Vielseitigkeit und seine zahlreichen gesundheitsförderlichen Eigenschaften machen Matcha zu einem wahren Superfood. Weitere Informationen zu Matcha finden sie auf matcha.de

Die Geschmacksrichtungen von Nahrungsmitteln|TCM

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Die Geschmacksrichtungen der TCM

 

Die Betrachtung von energetischer Natur und Geschmacksrichtungen der Nahrungsmittel nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM ist ein Weg, ihre Eigenschaften und Wirkungen auf den menschlichen Körper zu beschreiben. Die aktuelle Geschmackswahrnehmung einiger Nahrungsmittel korrespondiert nicht unbedingt mit der ihnen zugeschriebenen Geschmacksrichtung.

Der süße Geschmack (YANG)

Die süße Geschmacksrichtungen haben einen Bezug zur Milz und meinen den fad-süßen Geschmack von Getreide wie Hirse, wohlgemerkt keine Industriezucker oder Honig bzw. Sirup, da eine übermäßig süße Ernährung zu Ansammlung von Feuchtigkeit und Schleim führt und Gewebswucherungen begünstigen kann. In richtigen Mengen wirkt die süße Geschmacksrichtung nährend, stimulierend, dienen dem Verdauungsprozess und entspannen die glatte Muskulatur. Getreide, Wurzelgemüse, Fleisch sind süß-warm oder süß-neutral, Obst tendenziell süß-kühl. Die süßen Geschmacksrichtungen sind besonders bei Mangel-Mustern von Bedeutung.

Der scharfe Geschmack (YANG)

Die scharfen Geschmacksrichtungen zerstreuen und lenken das Qi nach oben und nach außen in Richtung Oberfläche. Sie wirken auf die Lunge und unterstützen die Milz bei schwerer Kost. Die scharfen Geschmacksrichtungen fördern das Schwitzen, helfen Schleim aufzulösen und unterstützen die Zirkulation der beiden vitalen Substanzen Qi und Blut. Da die Schärfe durch Kochen vermindert wird, ist leichtes oder gar kein Kochen angebracht, wenn der scharfe Aspekt gewünscht ist.

Eine übermäßig scharfe Ernährung neigt dazu, Energie Qi und Substanzen YIN zu zerstreuen und Trockenheit zu begünstigen und ist bei Mangelzuständen zu vermeiden. Zwiebel, Knoblauch, Chili, Pfeffer, Ingwer und weitere Küchengewürze sind scharf-warm, Rettich, Kohl, Sellerie, Pfefferminze und Brunnenkresse scharf-kühl.

Der saure Geschmack (YIN)

Die sauren Geschmacksrichtungen sind adstringierend (zusammenziehend) und wirken eher kühlend. Sauer hat einen Bezug zur Leber, bewahrt die Flüssigkeiten und unterstützt den Tonus und das Festigen der Gewebe. Früchte sind oft sauer, ebenso Tomaten, Joghurt, Sauerteigbrot, Essiggurken und Wein.

Eine übermäßig saure Ernährung kann den Stoffwechsel verlangsamen und pathogene (krankmachende) Faktoren im Körper zurückhalten, so dass der saure Geschmack bei Anwesenheit von Feuchtigkeit sparsam eingesetzt werden sollte.

Der bittere Geschmack (YIN)

Die bitteren Geschmacksrichtungen sind trocknend, absteigend, häufig kühlend und haben einen Bezug zum Herzen. Sie unterstützen in geringem Maße die Milz und den Magen und trocknen pathogene Feuchtigkeit.

Eine übermäßig bittere Ernährung kann die Milz schwächen, YIN und Blut schädigen und Trockenheit begünstigen. Kaffee, Tee, Hafer, Roggen, Broccoli, einige Blattsalate, Bittermelone sind bitter.

Der salzige Geschmack (YIN)

Die salzigen Geschmacksrichtungen sind kühlend, befeuchtend und richten ihre  Wirkung nach innen und unten. Sie haben eine absteigende, zusammenziehende Tendenz, wirken auf Gewebsverhärtungen erweichend und auflösend. Salzig hat einen speziellen Bezug zur Niere.

Eine übermäßig salzige Ernährung kann Feuchtigkeit verstärken, Blut und Knochen schädigen und den Flüssigkeitshaushalt stören. Salzig sind neben Speisesalz Meeresfrüchte, Algen, Seetang, fermentierte Sojaprodukte.

 

Dies ist eine kurze und unvollständige Ausführung zu den Geschmacksrichtungen im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM. Die Einteilung der Lebensmittel ist gelegentlich uneinheitlich und weicht je nach verwendeter Literatur ab. Zum ernährungstherapeutischen Einsatz der Diätik nach TCM ist eine Anamnese und Befundung durch einen Heilpraktiker oder Arzt zu empfehlen, der in Traditioneller Chinesischer Medizin|TCM ausgebildet ist.

 

TRIAL’N ERROR: Mythen moderner Ernährung, Teil III

protein shakes
Protein Shakes: Die Dosis macht das Gift

 

Abschließend zur Serie Mythen moderner Ernährung meine persönliche Betrachtung zu extremen Kostformen im Kontext der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Im Sinne einer harmonischen Mitte gilt es jede langanhaltende diätische Ausschweifung in eine Richtung zu vermeiden, da sie den Körper mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Gleichgewicht bringen und in pathogene, dh. krankmachenden Prozesse führen wird. Ein deutliches Übermaß einer Nährstoffgruppe oder ein Mangel derselben kann das Gesamtsystem der Verdauung nachhaltig schwächen und sich potenziell schädigend mit schweren Folgen auf die Gesundheit auswirken.

Proteinmast durch Protein Shakes

Weitverbreitet unter Profi- und Amateursportlern ist die Auffassung, zum Muskelaufbau benötigte Proteine müssten über die massive Zufuhr von Protein Shakes dem Körper zugeführt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass der individuelle Bedarf an Proteinen dem sportlichen Leistungsniveau entspricht und im Verhältnis zum Körpergewicht stehen sollte. Die Angaben diesbezüglich sind sehr unterschiedlich und hängen von den gewählten Sicherheitszuschlägen – und den kommerziellen Interessen der informierenden Quelle ab.

Grundsätzlich gilt: Der menschliche Körper kann nur etwa 20 Gramm Protein pro Mahlzeit vollständig verstoffwechseln, der überschüssige Rest einer proteinbetonten Ernährung wird zwischengelagert und belastet mit seinen Stoffwechselendprodukten Harnsäure und Harnstoff die Ausscheidungsorgane Leber und Niere. Eine Schädigung der Leber bis hin zur Desintegration der Leberzellen und Freisetzung von labordiagnostisch nachweisbaren Enzymen, den Transaminasen ist dadurch möglich. Zudem wandern nicht vollständig verstoffwechselte Aminosäuren – Pyruvate, metabolische Zwischenprodukte des Proteinstoffwechsels – in die sogenannte Gluconeogenese, den Neuaufbau von Kohlenhydraten aus Proteinen. Ebenso können nicht benötigte Kohlenhydrate und Proteine auch in Fette umgewandelt werden. In der Konsequenz bedeutet das: Trotz Training und Muskelaufbau will die Fettschicht über dem Sixpack nicht dünner werden. Nahrungssupplemente wie Proteinkonzentrate sind generell nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung zu verstehen.

Dies ist jedoch die westlich-ernährungsphysiologische Sicht auf den menschlichen Stoffwechsel. Aus der Perspektive der Diätik der Traditionellen Chinesischen Medizin können übermäßiger Konsum von Proteinkonzentraten in Kombination mit energetisch kalten und schleimbildenden Lebensmitteln – wie zum Beispiel Magerquark mit Bananen, angereichert mit Proteinkonzentrat – das Verdauungsfeuer der Mitte nachhaltig schwächen und so zu weiterer Feuchtigkeitsakkumulation – sprich Fettpölsterchen – führen. Damit wird der Weg zur sportlichen Sommerfigur noch etwas weiter und mühsamer.

Veganismus

Zum Abschluss dieser kleinen Serie noch ein paar Hinweise zu einem aktuellen Trend, der momentan die Großstädte erobert und als besonders zeitgemäß gilt: Der vollständige Verzicht auf tierische Lebensmittel und alle Produkte, die tierischer Herkunft sind – also auch Lederwaren, Fellartikel oder Bienenwachs. Neben den guten Gründen, auf Produkte aus moderner Massentierhaltung zu verzichten ist jedoch auf eine ausreichende Versorgung des Körpers mit pflanzlichen Proteinen zu achten. Insbesondere wenn es sich um anämische Frauen mit übermäßiger Menstruation handelt, in der Schwangerschaft, während Phasen von langanhaltendem Stress, auszehrender Krankheit und intensiver sportlicher Belastung will der vollständige Verzicht auf Fleisch wohl überlegt sein und gut informiert sein.

Unabdingbar ist dann der tägliche Konsum von natürlichen Hülsenfrüchten (Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Bohnen) und alternativen Proteinquellen wie fermentierte Sojaprodukte (Tofu, Tempeh – keine texturierten Granulatprodukte) oder Seitan (jedoch stark glutenhaltig).

Mehr zum Thema Fleischalternativen auf Spiegel-Online.

 

Für die Chinesen jedoch gilt der moderate Verzehr von Fleisch als ein Tonikum und bei schwachen, erschöpften und ausgezehrten Patienten ist die regelmäßige Einnahme einer sehr lange gekochten Kraftbrühe eine therapeutische Maßnahme von hohem Wert. Aus diesem Blickwinkel spricht nichts gegen den gelegentlichen Konsum von grasgefüttertem Rinder-, Lamm- oder Hühnerfleisch, wenn es aus artgerechter Haltung in Bioqualität kommt. Ohne Antibiotika in der Aufzucht und bakteriellen Verseuchungen in der Produktion kann es in Maßen genossen die Mitte – Milz und Magen – dabei unterstützen, Qi und Blut aufzubauen.

Weniger ist mehr, dafür lieber bewusst in hoher Qualität.

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TRIAL’N ERROR: Mythen moderner Ernährung, Teil II

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Energetisch kalte Lebensmittel: Alles Schleim oder was?

 

In der Serie Mythen moderner Ernährung meine persönlichen Gedanken zu thermisch und energetisch kalten Lebensmitteln aus der Perspektive der Ernährungsphilosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dort gibt es neben der thermisch messbaren Temperatur einer Speise das Konzept der energetischen Qualität eines Lebensmittels, der energetischen Wirkrichtung bedingt durch seinen Geschmack und seinem vorwiegende Wirkort in den Funktionskreisen des Organismus. Energetisch kalte Lebensmittel haben die Eigenschaft, nach unten abzusenken, zu sammeln und körpereigene Prozesse, insbesondere der Verdauung und des Flüssigkeitshaushalts zu verlangsamen sowie bis hin zu energetischen und stofflichen Blockaden zu führen.

Südfrüchte

Gegen landläufiger Meinung, eine Heisse Zitrone sei gut bei Erkältung ist aus Sicht der Chinesischen Medizin folgendes einzuwenden: Zitronen sind wie alle Südfrüchte, die aus tropischen Breiten importiert werden, energetisch kalt. Sie sind bei uns nicht heimisch und werden in einem völlig anderen Klima kultiviert, zu dem sie hervorragend passen: tropisch, feucht-warm bis heiß. Der saure Geschmack wirkt adstringierend, zieht die Körpersäfte zusammen und bewahrt vor übermäßigem Flüssigkeitsverlust durch exzessives Schwitzen.

Die Situation bei einem frischen Infekt ist eine andere: Ein Pathogen, meist Wind-Kälte dringt in den Körper ein, wird erst später zu Hitze umgewandelt. Im Anfangsstadium wäre es empfehlenswerter, die Körperoberfläche 1-2 Tage mittels frischem Ingwertee zu befreien und den Organismus durch Schwitzen dabei zu unterstützen, das Pathogen wieder auszuleiten – wohlgemerkt bei einem frischen Infekt im Anfangsstadium: 2-3 dünne Scheibchen frische Ingwerknolle mit heißem Wasser überbrühen und abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen, eventuell nur einen Spitzer Zitrone, mehrmals täglich. Frischer Ingwer wirkt energetisch wärmend, getrockneter hingegen bereits erhitzend.

Milchprodukte

Milchprodukte füllen meterweise die Kühlregale in Supermärkten und gelten als wertvolle Quellen für Proteine, Mineralien und Vitamine. Von einem regelmäßigen Verzehr im Übermaß ist jedoch abzuraten, denn neben ihrer energetisch kalten Qualität werden sie oft auch thermisch kalt konsumiert – der Magen muss den 4 Grad kalten Joghurt aus dem Kühlschrank erst auf 37 Grad hochtemperieren, um die darin befindlichen Proteinstrukturen andauen zu können, bevor sie weiter verstoffwechselt werden. Wichtiger jedoch ist, dass alle Milchprodukte im Körper Schleim bilden, dass heißt, wenn die Mitte bereits geschwächt ist, können sie die damit einhergehenden Prozesse pathogener Feuchtigkeit sehr ungünstig unterstützen.

Über die weiteren gesundheitlichen Nachteile erhöhten Milchkonsums wie das hohe allergene Potential, Nebenwirkungen bei Laktoseintoleranz und die Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel informieren im Internet zahlreiche Seiten, zum Beispiel die des Zentrum der Gesundheit.

Probieren Sie stattdessen Alternativen: Soja-, Hafer-, Reismilch, Porrigde statt Milchreis, pflanzliche Brotaufstriche und vegetabile Pasteten anstelle von Milchprodukte oder tierischen Aufstrichen.

Tiefkühlprodukte

Auf der unteren Skala energetischer Kälte befinden sich Tiefkühlprodukte. Zwar mag dies eine hervorragende Konservierungsmethode im Sinne der Erhaltung von Nährstoffen und Vitaminen sein, aus Perspektive des energetischen Gehaltes, dem wärmende Yang-Qi der Nahrung handelt es sich eben um Tiefkühltruhe. 10 Minuten Energiezufuhr reichen nicht mehr aus, um Lebensmittel, die schockgefrostet bei – 18 Grad längere Zeit gelagert wurden, wieder in einen Zustand zu überführen, der den Körper wärmt und die Mitte nährt. Und Wärme (YANG) braucht es, um überflüssige Feuchtigkeit (YIN) auflösen, wieder aufnehmen oder ausscheiden zu können

Von übermäßigem Gebrauch von tiefgekühlten Teilprodukten und Fertiggerichten ist dringend abzuraten, wählen Sie stattdessen lieber frische Zutaten, deren Qualität Sie beim Einkauf nachvollziehen können und deren energetische Wirkung erhalten bleibt und sich beim Kochen entfalten kann.

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TRIAL’N ERROR: Mythen moderner Ernährung, Teil I

vollwertkost
Mythos rohe Lebensmittel: Was damit anstellen?

 

Ernährung ist ein Buch mit sieben Siegeln und gelegentlich ein Fass ohne Boden – wenn man zu einem bestimmten Thema im Internet recherchiert: Jeder hat dazu eine Meinung – weil es jeder täglich tut und somit auch ein Experte ist. Denn jeder hat seine Erfahrungen damit gemacht – bewusst oder unbewusst haben wir im Laufe der Zeit unsere vertrauten Ernährungsgewohnheiten etabliert. Im Folgenden möchte ich meine Beobachtungen und Gedanken zu verschieden Aspekten moderner Ernährung im Kontext der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) anführen – aus ganz persönlicher Sicht und Erfahrung, ohne Anspruch auf Wahrheit und Absolutheit. Eher ein Anstoss, zu beobachten und hinein zu spüren, wie Nahrung subjektiv auf einen selbst wirkt – jenseits von Dogmen und gängigen Mythen. Eine kleine Serie in drei Teilen.

Vollwertkost

Die Idee, das ganze Korn mit seiner Schale und damit mit all seinen Nährstoffen, Mineralien und Spurenelementen zu verwenden ist an sich eine sehr gute und sinnige. Zu beachten bleibt die Zubereitungsweise von vollwertigem Getreide: Backen transformiert das volle Getreide nur unvollständig, Kochen übernimmt einen großen Teil der benötigten Verdauungsleistung.

So ist eine Dinkelpizza ist aus ernährungsphysiologischer Sicht unbestritten mehr wert als eine aus Weizenauszugsmehl. Jedoch muss das Verdauungsfeuer und das Magen-Qi sehr stark sein, um den aus Vollkornmehl gebackenen Teig aufspalten und verdauen zu können. Ist es tendenziell schwach, wird es die Mitte überlasten und eher Schleim im Mittleren Erwärmer produzieren: Müdigkeit nach dem Essen, Antriebslosigkeit am nächsten Morgen, Schläfrigkeit des Geistes, eventuell Melancholie und depressive Verstimmung können die Folge sein.

 

schrotbrei
Transformation durch Feuer: Ein nahrhafter und bekömmlicher Schrotbrei

 

Besser ist es hingegen, einen Getreideschrotbrei aus vollem Korn zu kochen. Der Kochvorgang bereitet die Nahrung optimal auf die Resorption im Darm vor und auch ein schwaches Verdauungsfeuer wird diese Aufgabe leisten können, um von den zahlreichen Inhaltsstoffen des kompletten Korns profitieren zu können. Dazu mischt man verschiedene Getreidesorten, schrotet sie in einer Mühle fein und kocht sie mit geraspeltem Wurzelgemüse (Knollensellerie, Karotten, Pastinaken) und Brühe 10 Minuten auf kleiner Flamme. Das Einweichen des Getreideschrots über Nacht und beginnende enzymatische Fermentation begünstigen die Aufspaltung und machen es wesentlich leichter bekömmlich als das klassische Müsli, das in kalter Milch eingeweicht wird.

Rohkost

Das Konzept, hauptsächlich pflanzliche Kost roh und möglichst unverarbeitet oder nicht gekocht zu sich zunehmen erscheint hinsichtlich des eher kühl-feuchten kontinentaleuropäischen Klimas im deutschsprachigen Raum als fragwürdig. Die äußeren pathogenen (krankmachenden) Faktoren Kälte und Nässe werden durch den inneren krankmachenden Faktor Feuchtigkeit ergänzt, es kommt zu Feuchtigkeitspathologien: Stagnation der Zirkulation von Qi (Energie) und Xue (Blut), Akkumulation von Feuchtigkeit im mittleren Erwärmer (Milz und Magen), Absenken der chronischen Nässe in den unteren Erwärmer (Niere und Harnblase), Verdichtung der Feuchtigkeit zu zähem Schleim, eventuell eine Kombination von Feuchtigkeit und Hitze aus anderer Genese zu Hitzeschleim.

Wem chronische kalte Füße, allgemeines Frösteln und Gefühl von Kälte, Blähungen und  wässriger Stuhl bekannt sind, sollte seine Position zu Rohkost eventuell nochmal überdenken – denn sie könnte eventuell einen Beitrag zu diesem Zustand geleistet haben oder eine bestehende Schwäche verstärken.

Sozialisiert in den 1980ern, in denen die Rohkostbewegung an Fahrt aufnahm und Salate sowie Rohkostplatten als gesund galten, musste ich für mich leider feststellen, daß sich mit ausschließlicher Rohkost das YANG (die wärmenden Aspekte und somit das Verdauungsfeuer) des Körpers derart schwächen lässt, so daß man Jahre damit beschäftigt ist, dieses diätische Fehlverhalten wieder auszugleichen.

Wem am Vitamingehalt seiner Nahrung gelegen ist, kauft regionales Gemüse in Bioqualität, kocht es kurz in wenig Wasser auf Biss und bereitet seine Speisen möglichst frisch zu. Das westliche Thema der Vitamine ist dem traditionellen chinesischen Denken allerdings fremd – dort geht es um Bekömmlichkeit und eine mögliche Fülle von wärmendem Qi aus der Nahrung, das das Verdauungsfeuer – gleichsam einem Kessel über dem Holzfeuer – am Laufen hält und die Mitte nährt, das heißt die Funktionskreise Milz und Magen in ihrer physiologischen Arbeit des Transportes, der Transformation und Integration möglichst unterstützt.

 

So erscheint Mischkost im Verhältnis 60/40 (Kochkost/Rohkost) als die für unsere Breitengrade passendere Kostform – mit saisonaler Anpassung an die vorherrschenden Wetterbedingungen des vorwiegenden Aufenthaltsortes:

  • eine gekochte Mahlzeit mit einem kleinen Beilagensalat, im Sommer größer
  • ein gekochter Getreideschrotbrei mit einem Topping aus gehackter Petersilie, zerstoßener Leinsaat sowie nativem, kaltgepresstem Olivenöl und Shoyu
  • ein feiner Hirsebrei mit einem frisch geriebenen Apfel, der nur kurz unter den gekochten Brei gehoben wird

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PORRIDGE: Pimp your Brekky – Rezept für warmes Frühstück

porridge rezept
Porridge Rezept für eine starke Mitte

 

Ein regelmäßiges neutral-süßes warmes Frühstück macht sich sehr gut für die Mitte – die chinesischen Organe Milz und Magen profitieren nachhaltig von der warmen Energie am Morgen. Ihre Aufgabe im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist unter anderem der Transport, die Transformation und die Integration der Nahrung in unseren Körper. Daran schließt sich der Aufbau der beiden vitalen Substanzen Qi (Energie) und Xue (Blut) an. Sind sie in ausreichendem Maße vorhanden und zirkulieren, fühlen wir uns rund. Auf einer ganzheitlichen Ebene bedeutet dies: Nur aus einer starken Mitte können wir den täglichen Aufgaben des Lebens mit all unseren Ressourcen kraftvoll begegnen.

Eine Variante zur Stärkung dieser Mitte ist folgendes Rezept: Porridge aus Hafer, gekocht mit einer Prise Salz in Wasser mit einem frisch geriebenen säuerlichen Apfel und getrocknetem Kardamom, Ingwer und Bockshornklee.

Als Power-Topping nach dem Kochen einen Superfood-Mix aus Sojalecithin, geschroteten Leinsamen und rohen Cacao-Nibs darüberstreuen:

  • Die im Sojalecithin enthaltenden Phospholipide und Phytosterole wirken sich günstig auf den Fettstoffwechsel der Leber aus, die Choline können sich als Nervennahrung günstig auf Konzentrationsvermögen und Gedächtnisleistung auswirken – Aspekte einer ausbalancierten Milzfunktionalität.
  • Leinsamen sind neben antikanzerogenen Phytoöstogenen – sogenannte Lignane, die hormonregulativ wirken – reich an entzündungshemmenden ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und unterstützen die metabolische Durchlässigkeit der zellulären Biomembranen, da diese essentiellen Fettsäuren in sie eingebaut werden. Chinesisch betrachtet nährt Leinsaat die Essenzen Jing (unseren energetischen Speicher) und befeuchten durch das Wasserbindungsvermögen ihrer Quellstoffe den Darm und wirken schleimhautschützend.
  • Roher Cacao ist ein exzellentes Superfood reich an Antioxidanzien und enhält mehr Calcium als Kuhmilch – ohne dabei das Verdauungsfeuer zu schwächen und den mittleren Erwärmer (u.a. Milz und Magen) zu verschleimen. Er unterstützt das Herz-Kreislaufsystem und seine Bitterstoffe helfen, den Hyper auf Süßes zu regulieren – ein Zeichen einer bereits geschwächten Mitte.

Der energetisch leicht kühle Hafer und der energetisch warme Cacao werden dem Feuerelement zugeordnet und ergänzen sich hervorragend mit wärmendem Kardamom und Ingwer, die dem Metallelement zugeordnet werden. Dabei sollte der neutral-süße Geschmack der Gesamtkompostion im Vordergrund stehen, der die Mitte nährt und harmonisiert. So liefern das Porridge einen energiereichen Start in den Tag und die Grundlage für die Qi-Produktion des Körpers – denn:

Nothing can be created out of nothing.

 

Mehr zu Superfoods auf dieser informativen Website: www.superfood-gesund.de

5 ELEMENTE ERNÄHRUNG: Kochen im Zyklus der Fünf Wandlungsphasen

5 Elemente Ernährung
Die unterschiedlichen Zyklen der 5-Elemente-Theorie WU XING

 

5 Elemente Ernährung: Das DOJO, die Zeit zwischen zwei Wandlungen ist eine guter Moment, seine Mitte (dh. chinesische Funktionskreise Milz PI und Magen WEI) durch gekochte Nahrung zu stärken. Eine Methode, harmonische und QI-reichhaltige Speisen zuzubereiten ist das Kochen nach den Fünf Elementen (nach Barbara Temelie). Weniger das Rezept als das beobachtende Bewusstsein steht im Vordergrund, was man von seiner Nahrung eigentlich möchte: Die Mitte harmonisieren, Stagnation auflösen, die Nieren stärken …

Welche Wirkrichtung hat ein Lebensmittel, wohin soll die zubereitete Speise wirken, was soll gestärkt werden? Eine kleine Infografik zu den unterschiedlichen Zyklen von Nähren (SHENG) und Kontrollieren (KE) sowie Überwältigen (CHENG) und Verachten (WU) soll inspirieren.

Der Vorteil von 5 Elemente Ernährung: Die Speisen werden harmonisch, schmackhaft und nähren besser und nachhaltiger – Kochen an sich ist ein Ausdruck an Wertschätzung sich selbst und anderer gegenüber. Kochen im Zyklus der 5 Wandlungsphasen verschafft jedem, der nicht weiß, was er für sich  kochen soll oder der meint, er könnte es einfach nicht, einen intuitiven und sinnlichen Zugang zu gekochten Zubereitung von Nahrung.

 

Übrigens: Das DOJO wiederholt sich 4x im Jahr, immer 36 Tage nach den Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen – viermal jährlich eine gute Gelegenheit, liebevoll zu sich selbst und der eigenen Mitte zu sein.

Rohkost versus Mischkost (Ganzheitliche Ernaehrungsberatung, 2009)

gedanken zur ernaehrungsberatung: wer einmal ein buch von dr. med. max-otto bruker gelesen hat, wird nicht umhin kommen, es mal mit vollwertkost und rohkost zu probieren. der autor macht eine falsche ernaehrungsweise verantwortlich fuer viele zivilisationsbedingte erkrankungen wie arteriosklerose, herzinfarkt, osteoporose, bandscheibenleiden, arthritis, gicht, allergien bis hin zu krebs.

vollwertkost liefere, so bruker – neben zahlreichen vitalstoffe wie enzymen, vitaminen und spurenelementen – ernaehrungspysiologisch wertvolle langkettige kohlenhydrate, hochwertiges natives eiweiss und essentielle fettsaeuren, die die zellintegritaet sicherstellen und damit ein optimum an stoffwechselleistung ermoeglichen.

und damit koerperliche gesundheit, geistige stabiliaet, fitness und wohlbefinden.

mit dieser sichtweise steht er unter ganzheitlich orientierten medizinern und ernaehrungswissenschaftlern schon lange nicht mehr alleine da.

sein verdienst ist jedoch die fruehe hervorhebung der relevanz von rohkost in der praevention und therapie solcher ernaehrungsbedingten zivilisationskrankheiten. er greift konzepte von maximillian bircher-benner und werner kollath auf und vermag es, auf eindringliche weise zusammenhaenge aufzuzeigen.

doch muss er klar von radikaleren vertretern der rohkost-philosophie wie johann georg schnitzer unterschieden werden. auch eine strikt vegane kostform lehnt er ab.

bruker vertritt in seinem buch ‘unsere nahrung – unser schicksal’ ein verhaeltnis von 1/3 rohkost zu 2/3 kochkost. bei therapeutischer indikation auch eine steigerung bis hin zu ausschliesslicher rohkost.

betrachtet man nun den ansatz der traditionell chinesischen medizin, so kommen viele ernaehrungsbewusste menschen in ein scheinbares dilemma: kochkost oder rohkost?

krankheit ist dort ausdruck einer disbalance zwischen den beiden elementaren prinzipien yin und yang, der saefte/des bluts und der universellen energie qi.

dieses qi gilt es mit der nahrung zu staerken und die saefte aufzubauen. der thermischen qualtiaet der 5 elemente und geschmacksrichtungen sauer, bitter, suess, scharf, salzig kommt eine besondere bedeutung zu.

yangisierende oder yinisierende kochmethoden, kurzgebratene gerichte, langgekochte speisen, aber vor allem suppen und kraftbruehen kommen zum einsatz. dabei werden tierknochen und vielerei gemuese bis zu 6  stunden ausgekocht, um eine essenz zu gewinnen.

fuer den vitaminbewussten europaer ein graus. ‘was soll da noch drin sein?’, fragt sich manch einer.

– die essenz der zutaten und vor allem: qi. dieser universelle stoff, den wir nur schwer fassen koennen, aber alle belebte und tote materie durchstroemt. neben der luft zum atmen nehmen wir ihn durch unsere nahrung auf.

nun sollte noch auf die konstitution der menschen hingewiesen werden: manche duenn, andere beleibt, manche besitzten eine fuelle des prinzip yang, die anderen des yin. die einen frieren leicht, die andere schwitzen schnell.

so laesst sich die frage der rohkost nach der konstitution des menschen und auch den klimatischen faktoren beantworten: ein schlanker mann in kuehlen klimaten benoetigt zum erhalt seiner lebensenergie  und zur vermeidung von disbalance und krankheit eine andere kost als eine fuellige frau in waermeren regionen: dem einen geht es um behebung eines yang-mangels, der anderen um ausgleich einer yin-fuelle.

der frau liesse sich vorbehaltslos zu rohkost raten, dem mann hingegen nicht.

da jedoch auch die jahreszeiten einen einfluss haben, aendert sich die lage im sommer: jetzt kann der rohkostanteil auf das oben erwaehnte drittel der gesamtkost gesteigert werden und eine vitalisierende, entgiftende und gewichtsreduzierende wirkung festgestellt werden.

ganzheitliche ernaehrungsberatung: es kommt eben auf den richtigen zeitpunkt an.