Superfood: Natives Kokosöl

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Tropical Superfood: Natives Kokosöl

 

Natives Kokosöl ist ein sehr natürliches hochwertiges Fett, das reich an gesättigten Fettsäuren ist mit vielen positiven gesundheitsförderlichen Eigenschaften. Es wird aus der Kaltpressung von Kokosraspeln gewonnen und kann einen wertvollen Beitrag zu einer gesundheitsbewussten Ernährung leisten.

Kokosöl: Ein hochqualitatives Lebensmittel

Entgegen den Interessen der Nahrungsmittelindustrien westlicher Länder sind es gerade die naturbelassenen, gering industriell raffinierten und verarbeiteten tropischen Fette, die sich positiv auf den menschlichen Stoffwechsel auswirken.

Hingegen weitläufiger Meinung sind gesättigte Fette wie in Kokosöl mit ihrem hohen Gehalt an mittelkettigen Fettsäuren (Medium-Chain-Triglycerides – MCT) sehr günstig für den Fettstoffwechsel, da sie direkt von der Leber ohne Zusatz von Gallensäuren oder Pankreasenzymen verstoffwechselt werden können und so sehr leicht verdaulich sind. Die geringere Länge der Molekülketten (8-12 Kohlenstoffatome anstatt 12-24 Atome wie bei langkettigen Fettsäuren) belasten den Fettstoffwechsel einer eventuell bereits geschwächten Leber deutlich weniger als hochverarbeitete gehärtete Industriefette aus Sonnenblumen, Soja, Mais oder Raps mit ihrem hohen Anteil an Transfetten. Dies erklärt sich aus der chemisch instabileren Struktur ungesättigter Pflanzenfette.

Kokosöl unterstützt bei der Gewichtsreduktion

Da MCT in der Leber bevorzugt zu sogenannten Ketonkörpern umgewandelt und somit zur Energiegewinnung genutzt werden können, gelangen sie nicht in die üblichen Fettpolster um Bauch, Hüfte, Po. Die Einnahme von hochwertigen nativen Fetten wie Kokos- oder Palmkernöl unterstützt sogar bei der Gewichtsreduktion, da sie eine geringere Energiedichte besitzen und der Körper zum Abbau von Fettdepots diese anders strukturierten Fettsäuren sogar benötigt. Dies legen auch japanische Studienergebnisse aus dem Jahre 2001 nahe: JN – Journal of Nutrition.

Kokosöl untestützt bei Infektionen

MCT wirken antimykotisch bei Pilzinfektionen des Darms, der vaginalen Schleimhäute sowie der Haut durch Candida Albicans. Desweiteren wirken sie antimikrobiell auf pathogene Keime und antiviral, da sie die Lipidhüllen sogenannter behüllter Viren auflösen (z.B. Herpes simplex, Masernviren, Grippeviren).

Kokosöl unterstützt das Herz-Kreislauf-System

Auf besonderes Forschungsinteresse stießen die cardioprotektiven Eigenschaften des Kokosöls. In mehreren Studien wurden bereits in den 1980er Jahren Bevölkerungsgruppen untersucht, die traditionell ausschließlich Kokosöl konsumieren. Die Ergebnisse legen eines nahe: Der regelmäßige Verzehr von Kokosöl kann trotz seiner gesättigten Fettsäuren dazu beitragen, ein wünschenswertes Verhältnis der Blutfettwerte (Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, LDL/HDL-Ratio) zu bewahren sowie arteriosklerotische Ablagerungen in den Blutgefäßen zu vermeiden und so das Risiko für Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße zu minimieren.

Koskosöl in der TCM

Öle im Allgemeinen werden der Wandlungsphase Erde zugeordnet, Kokosöl im Speziellen harmonisiert die Mitte einschließlich der Leber, nährt das YIN und lässt so seinen ernährungstherapeutischen Einsatz in der Behandlung des Malabsorptionssyndroms oder in der adjuvanten Krebstherapie aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM erklären. Da es leicht kühl ist, unterstützt es  – maßvoll eingesetzt – den Körper dabei, Nahrungsmittelpathogene wie Hitze oder Feuchte-Hitze aus der Leber oder Gallenblase zu eleminieren.

Superfood Kokosöl

Die zahlreichen gesundheitsförderlichen Eigenschaften, seine geringe industrielle Verarbeitung und sein Gehalt an hochwertigen stabilen gesättigten Fettsäuren machen natives Kokosöl zu einem wahren Superfood, das in keiner gesundheitsbewussten Küche fehlen sollte. Es lässt sich vielseitig zur geschmacklichen Abrundung vor allem von Süßspeisen, Smoothies, etc. verwenden, harmonisiert aber auch Deftiges aller Art. Zudem ist es zum Backen geeignet, sollte zum Braten allerdings wie alle hochwertigen nativen Fette nicht über seinen Rauchpunkt erhitzt werden. Die Tagesdosis ist individuell verschieden und sollte sich im Rahmen von 2-5 Esslöffeln bewegen.

GAN QI FAN WEI Leber-Qi dringt in den Magen ein

leber qi attackiert magen
GAN, das chinesische Schriftzeichen für Leber

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen. Im Folgenden ein Muster, das die Bezugsachse der Wandlungsphasen Holz und Erde bezeichnet.

Pathologie Leber-Qi attackiert Magen

Blockiertes Leber-Qi – maßgeblich aufgrund emotionaler Faktoren – unterbricht den Qi-Mechanismus, das stagnierte Qi greift auf den Magen über und stört dessen natürliches Absteigen des Magen-Qi. Es kommt zu rebellierendem Magen-Qi und einer Beeinträchtigung der Milz, Flüssigkeiten umzuwandeln und im Folgenden zu Ansammlungen von Schleim. Dieser verstärkt wiederum die Blockade im Mittleren Erwärmer, ein Teufelskreislauf entsteht.

Ursachen von Leber-Qi attackiert Magen

Langanhaltende emotionale Faktoren, Stress, unregelmäßiger Lebenswandel, mangelnder Ausgleich von Arbeit und Anspannung durch Freizeit und Bewegung, erhitzende Ernährung (Alkohol, Kaffee, Schokolade, etc.) im Übermaß, zu unregelmäßig, zu schwer, zu fettig lassen das Leber- und/oder Milz- und Magen-Qi blockieren sowie unterbrechen die Leber-Magen-Achse.

Symptome bei Leber-Qi attackiert Magen

Rezidivierender saurer Reflux, Sodbrennen, Aufstoßen, Appetitverlust, morgendliche Übelkeit, Blähungen, Obstipation und weiche Stühle im Wechsel.  Völlegefühl, Beklemmungsgefühl in der Brust, Ängstlichkeit, ständiges Sorgen machen. Zusätzlich zu den Symptomen des zugrundeliegenden Leber-Qi-Staus: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Depression, Schwindel, Spannungskopfschmerz, unregelmäßige Menstruation, prämenstruelle Brustspannung, Verspannungen von Nacken und Schulter, kalte Finger und Zehen.

Weiterer Verlauf von Leber-Qi attackiert Magen

  • Magen und Leber-Hitze, oft bedingt durch Ernährungsfaktoren
  • Verkomplizierung durch Feuchte Hitze und Schleim
  • Yin-Mangel aufgrund von anhaltender stagnierender Hitze; gastrointestinale Blutungen aufgrund von Fülle-Hitze

GAN QI YU JIE Leber-Qi-Stagnation

leber qi stagnation
GAN, das chinesische Schriftzeichen für Leber

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen. Im Folgenden ein erweiternder Ausblick auf ein Syndrommuster, das oft einen ursächlichen Bezug zur Pathologie der Mitte hat.

Pathologie der Leber-Qi-Stagnation

Die Stagnation des Leber-Qi verursacht eine Blockade des Qi, meist im Mittleren Erwärmer – dem oberen Abdomen. Die Leber versagt bei der Regulierung des Qi und das fehlende Bewegungsmoment führt zu einer Unterbrechung des Qi-Mechanismus. Da die Qi-Bewegung auch durch den Gastrointestinaltrakt verlangsamt ist, werden die Muster der Qi-Stagnation oft von Verstopfung begleitet sowie von Flüssigkeitsansammlungen aufgrund der beeinträchtigten Milzfunktion.

Ursachen einer Leber-Qi-Stagnation

Der Leber-Qi-Stau hat eine starke emotionale Komponente: Langanhaltende Emotionen, Wut, Ärger, Groll blockieren den freien Fluß des Leber-Qi. Auch akute Stresssituationen können Auslöser sein. Mangelnde Durchlässigkeit des Zwerchfells aufgrund von muskulären Verspannungen sowie unregelmäßige, verflachte Atmung lassen das Qi nicht aufsteigen und führen zu einer Ansammlung unterhalb des Diaphragmas. Der emotionale Aspekt ist eines der Leitsymptome aller Variationen von Leber-Qi-Stagnation.

Symptome einer Leber-Qi-Stagnation

Chronische epigatrische und abdominale Distension, Völle und Unwohlsein, Spannungen im Hypochondrium, Schmerzen oder Engegefühl, meist auf der rechten Seite stärker, gelegentlich wandernd. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depression. Appetitverlust, Verdauungsstörungen, Darmgeräusche, Blähungen, Wechsel von Obstipation und Diarrhö. Eventuell einhergehend mit Nackenverspannung, Spannungskopfschmerz, kalten Finger und Zehen. Alle Symptome haben einen klaren Bezug zu Emotionen und Stress, dem der Patient ausgesetzt ist.

Weiterer Verlauf einer Leber-Qi-Stagnation

  • Beeinträchtigung der Milz und Magenfunktionalität können zu Blut-Mangel oder -Stase, Milz-Qi-Schwäche, Feuchtigkeitsansammlungen oder Hitze führen
  • oft einhergehend mit Leber-Blut-Mangel oder Leber-Yin-Mangel
  • Auswirkungen auf die Fortpflanzungsorgane, Kälte in der Leber-Leitbahn, Libidoverlust, erektile Dysfunktion

Die Verdauung aus Sicht der TCM, Teil I

verdauung tcm
Verdauung: Trennung des Reinen vom Trüben

 

Der komplexe Vorgang der Verdauung wird aus der Perspektive der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM im Wesentlichen von den Funktionen Transport, Transformation und Integration geprägt. An diesem Prozess sind verschiedene physische Organe beteiligt, emotionale Faktoren spielen jedoch eine entscheidende Rolle. Auf einer ganzheitlichen Metaebene betrachtet kann es um unterschiedlich Fragen des Nährens gehen.

Chinesische Physiologie der Verdauung

Der sogenannte Mittlere Erwärmer JIAO, bestehend aus Milz und Magen vereinigt alle Funktionsaspekte des gastrointestinalen Systems. Zu ihm gehören ebenso die unterschiedlichen funktionellen Aspekte des westlichen Magens, des Pankreas, der Leber, der Gallenblase, des Dick- und Dünndarms. Milz und Magen meint hier neben den anatomischen Organen sogenannte Funktionskreise, zu denen auch ihre Leitbahnen gehören – diese beiden Funktionskreise sind aus der Sicht der TCM von zentraler Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Jeder andere Funktionskreis hängt von dem gleichmäßigen Strom des Qi aus der Verdauung ab und somit beeinträchtigt jede Störung von Milz und Magen alle anderen Organsysteme und damit den gesamten Körper.

Milz (脾 )|Magen (胃 Wèi)

Sie sind die Schlüsselorgane des Verdauungsprozesses. Im Magen erfolgt die Trennung des physiologische Qi (die reinen Anteile) und der Abfallstoffe (die trüben Anteile). Das so gewonnene Nahrungs-GU-Qi wird in der Lunge mit dem Atmungs-DA-Qi zusammengeführt. Es wird weiter zu den drei Subtypen des Qi verfeinert (Brust-ZONG-Qi sowie Abwehr-WEI-Qi und Nähr-YING-Qi), um dann von der Milz (beherrscht Transport) und der Leber (verteilt Qi) an die relevanten Organe und Körperteile verteilt zu werden. Dieser Prozess wird mit 运化 Yùn Huà Transformation und Transport beschrieben.

Leber (肝 Gān)|Gallenblase (胆 Dǎn)

Der Leber kommt im Verdauungsprozess eine besondere Bedeutung zu, ihre Beziehung zur Milz ist eine der fundamentalen funktionellen Organbeziehungen im menschlichen Körper. Sie reguliert die Bewegung und Verteilung des Qi. Eine Behinderung der Bewegung des Leber-Qi führt rasch zu einer Beeinträchtigung von Milz und Magen. Dafür werden die unterschiedlichen Zyklen des Nährens und der Kontrolle aus der Fünf-Elemente-Theorie zur Erklärung herangezogen. So ist der sogenannte Leber-Qi-Stau einer der häufigsten Ursachen für Verdauungsbeschwerden aus der Sicht der chinesischen Medizin.

Die Rolle der Gallenblase in der Verdauung ist sekundär und in ihrer Speicherfunktion der reinen Flüssigkeit Galle ist sie der Leber untergeordnet.

Dünndarm (小肠 Xiǎocháng)|Dickdarm (大肠 Dàcháng)

Im Hinblick auf ihre gastrointestinale Funktion sind Dünn- und Dickdarm eng mit dem Magen und der physiologischen Abwärtsbewegung des Magen-Qi verbunden. Als Hohl-FU-Organe bestehen ihre Hauptfunktionen im Ausleiten und Beseitigen von trüben Anteilen der Verdauung. Auch spielen sie eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Milz in ihrer Funktion der Regulation des Flüssigkeitshaushaltes und der Flüssigkeitsverteilung. Dicke, geschwollene Beine sind eines der Symptome, die auf eine Milzpathologie schließen lassen.

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