Ba Guan | Schröpfen: Therapeutische Methoden TCM, Teil 2

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Schröpfen: Eine alte Heilmethode, die sich bereits seit Jahrtausenden bewährt hat

 

Ba Guan ist auch in der westlichen Naturheilkunde als Schröpfen seit langem bekannt, es ist ebenso eines der begleitenden Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM und ergänzt sehr effektiv das Verfahren der Akupunktur in ihren Anwendungsbereichen.

Wie wirkt ist Ba Guan | Schröpfen?

Verwendet werden Schröpfköpfe aus Bambus, Glas oder Kunststoff, die mittels unterschiedlicher Methoden (Feuer, Wasser, Luftpumpe) durch Unterdruck auf die Haut gesetzt werden und mehrere Minuten dort verbleiben. Der Unterdruck erzeugt eine Hautreizung, lässt kapillare Hautgefäße anschwellen und führt zu einem künstlichen Hämatom. Die Wirkung enspricht dem Prinzip der Eigenbluttherapie: Durch die gesteigerte Mikroperfusion wird die Zirkulation lokal erhöht und das Immunsystem durch Rückresorption des kapillaren Bluts stimuliert (Makrophagenaktivität) sowie Stoffwechsel und Lymphfluss angeregt (Reiztherapie). Es kommt zu einer nachweisbaren lokalen Erhöhung der Monozyten um den Faktor 2,5 – sie sind Teil der unspezifischen Immunabwehr und gehören zu den Leukozyten, den weißen Blutkörperchen .

Traditionelle Anwendungsbereiche von Ba Guan | Schröpfen

Im Westen: Verspannungen und Schmerzen wie Kniegelenksarthrose, Karpaltunnelsyndrom, Regulation der Körperflüssigkeiten im Sinne der naturheilkundlichen Säftelehre, Menstruationsprobleme

Im Osten: Allgemein regt Ba Guan die Zirkulation an und beseitigt Stagnation und Stase der vitalen Substanzen Qi (Energie) und Xue (Blut) im Sinne der TCM. Daraus ergeben sich zahlreiche Indikationen, die sich unter die beiden folgenden Kategorien subsumieren lassen:

Indikationen für Ba Guan | Schröpfen nach TCM

  • in der Tiefe festsitzende Pathogene wie Wind oder Hitze, Kälte, Nässe
  • Fülle-Muster wie Qi-Stagnation, Blutstase; zahlreiche chronische Schmerzsyndrome, Kopfschmerzen, Dysmenorrhoe; Erkältungen, Asthma (aufgrund von Fülle-Mustern)

Kontraindikationen für Ba Guan | Schröpfen

  • Störung der Blutgerinnung: hämorrhagische Diathese, Hämophilie (Bluterkrankheit)
  • Herzerkrankungen: schwere Kardiopathie
  • generalisierte Ödeme: Lymphinsuffizienz, Lymphödem, Elephantiasis
  • generalisierte Dermatopathien: Hautrisse, Fissuren, Verlust der Hautelastizität
  • Schwangerschaft nach dem 4. Monat
  • hohes Fieber mit Krämpfen

 

Schröpfen nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM ist eine effektive, sichere und altbewährte Methode, um langanhaltende Stagnation zu mobilisieren und die Immunabwehr und Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Gua Sha: Therapeutische Methoden TCM, Teil 1

gua sha © Tyler Olson
Gua Sha: Vorübergehende therapeutische Petechien (Kapillareinblutungen)

 

Gua Sha ist ein altes Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin |TCM, das neuerdings verstärkt in das breite Interesse wissenschaftlicher Forschung in China und im Westen rückt.

Was ist Gua Sha?

Es handelt sich hierbei um eine therapeutische Schabetechnik, die mittels eines geeigneten Schabers aus Jade, Keramik, Kunststoff oder Horn zumeist auf dem Rücken oder Nacken ausgeführt wird. Es kommt zu kleinen kapillaren Einblutungen in den unteren Schichten der Haut, sogenannte Petechien, die ausdrücklich erwünscht sind und nach wenigen Tagen vollständig vom Körper resorbiert werden. Gua Sha besitzt einen entzündungshemmenden und immunmodulierenden Effekt.

Neuere Erkenntnisse zur Wirkung von Gua Sha

Die biomechanischen Wirkungen von Gua Sha wurden in den letzten Jahren zunehmend erforscht. Durch Anwendung von Gua Sha kommt es zu einem signifikanten Anstieg der lokalen oberflächlichen Mikroperfusion, der Mikrozirkulation von Blut in den obersten Hautschichten. Es regt die Genexpression des Enzyms Hämoxygenase-1 (HO-1) an, dem eine antiinflammatorische (entzündungshemmende), antioxidative (Abbau von oxidativen Stress) und cytoprotektive (zellschützende) Wirkung zugeschrieben wird. Dieses Enzym wird nicht nur lokal sondern auch systemisch in mehreren Organen ausgeschüttet. Zudem zeigt es eine immunmodulierenden und virustatischen Effekt.*

Traditionelle Indikationen für Gua Sha

Eine Reihe von klassischen Indikationen beruht auf dem Erfahrungswissen der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM, langjährige empirische Beobachtung vom Nutzen der Anwendung von Gua Sha über mehr als 2000 Jahre bei folgenden Erkrankungen: Chinesische Blutstase-Krankheiten, Muskelhartspann, Myalgien, Schmerzsyndrome, Kopfschmerzen, Fiebersenkung, chronische Entzündungszeichen (wie bei Allergien, Autoimmunerkrankungen, etc.).

Neue Anwendungsgebiete von Gua Sha

Durch die neuerliche Forschung ergeben sich potenziell neue Therapieoptionen für folgende Krankheitsbilder: Migräne, Asthma, Post-Zoster-Neuralgie, Brustschmerzen/-Distension, geringgradige Darmentzündungen, chronische Leberentzündungen (HBV/HCV).

QUELLE: http://www.pacificcollege.edu/acupuncture-massage-news/press-releases/1198-the-science-of-gua-sha.html

 

*Die Rolle von Hämoxygenase-1 bei der Entwicklung von Folgeerkrankungen bei Adipositas wird derzeit in der westlichen Forschung diskutiert.

Was ist Traditionelle Chinesische Medizin|TCM? Teil II

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Traditionelle Chinesische Medizin|TCM – Verfahren und Methoden

Die chinesische Akupunktur mit feinen Nadeln in die Tiefe der Gewebe ist das im Westen bekannteste Verfahren der TCM. Die Therapie nach den Prinzipien der TCM kann je nach Beschwerdebild und Bedarf durch weitere therapeutische Verfahren und Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM erweitert werden.

Chinesische Arzneimitteltherapie

Neben der regulativ wirksamen Akupunktur ist die nährende, aufbauende und regulierende Wirkung der pflanzliche Pharmakologie die zweite wichtige Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM. Diese chinesische Kräuterheilkunde besitzt ein über sehr lange Zeit tradiertes Wissen der heilkräftigen Wirkung von Pflanzen auf den menschlichen Organismus. Zum Einsatz kommen verschiedene chinesische Pflanzen, Mineralien und Stoffe tierischer Herkunft, die als Teegranulat oder pflanzliche Rohdroge verschrieben werden.

Moxibustion

Das Abbrennen von chinesischem Beifuß in Zigarren- oder Kegelform ergänzt das therapeutische Spektrum der Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM und stellt eine Wärmebehandlung dar. Als feineres Reiskornmoxa wird es direkt auf die Haut gesetzt und hat eine in die Tiefe stärkende immunologische Wirkung durch seinen nachgewiesenen Einfluss auf das Blutbild. Es kann zu einer Blasenbildung kommen, die ausdrücklich erwünscht ist und nach wenigen Tagen ohne Spuren abheilt.

Gua Sha|Schröpfen

Bei diesen beiden Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM werden mittels unterschiedlicher Werkzeuge stagnierte Substanzen und Energien in den Geweben mobilisiert. Es kann zu kleinen Gewebeeinblutungen und blauen Flecken kommen, die ausdrücklich erwünscht sind und den Regenerationsprozess befördern.

Diätik|Ernährungsberatung

Teil einer ganzheitlichen Behandlung ist eine Anamnese der individuellen Ernährungsgewohnheiten, um therapeutische Empfehlungen im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM aussprechen zu können. Durch diesen  aktiven Beitrag kann der Patient maßgeblich zum Gelingen der Therapie beitragen, wenn am Krankheitsgeschehen auch ein ernährungsbedingter Faktor beteiligt ist.

Qi Gong

Ergänzend zu diesen Techniken bieten wir unterstützende Qi Gong-Übungen an. Diese uralte chinesische Übungstechnik aus meditativer Atmung und Bewegung erlaubt es, die im Körper wirkenden Kräfte präventiv zu beeinflussen und ihnen mit Achtsamkeit zu begegnen. Wo fließt die Lebensenergie Qi, wo stagniert sie? Wo sind Blockaden und Schmerzen? Denn dort wo die Aufmerksamkeit ist befindet sich auch das Qi, die universelle Kraft des Körpers.

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