Ernährung: Einfache Regeln für eine starke Mitte

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Vielfalt: Eine einfache Regel für eine kraftvolle Mitte

 

Der komplexe Vorgang der Verdauung ist aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM zentrale Aufgabe der Mitte, dem Organpaar der Wandlungsphase Erde: Milz|Magen. Die Mitte transportiert, transformiert und integriert alles was von außen als materielle, emotionale, geistige Nahrung aufgenommen wird und entscheidet, aus was wir uns selbst herstellen wollen.

Ernährung: Pathogener Faktor versus Heilmittel

Ernährung kann in dieser Hinsicht ein krankmachender Faktor sein, aber auch eine therapeutische Möglichkeit und eigener aktiver Beitrag zur Verbesserung der Situation. Nahrungsmittel besitzen wie Heilpflanzen thermische und energetische Eigenschaften, ihre Geschmacksrichtungen haben vielfältige Wirkungen auf die vitalen Substanzen – Qi (Energie) und Xue (Blut) – des Körpers: bewegend, zerstreuend, befeuchtend, kühlend, trocknend, erwärmend, erhitzend.

Die Qualität der Wandlungsphase Erde ist das gleichförmige und manchmal unaufregend monotone Verrichten alltäglicher Arbeit gleichsam dem beständigen Pflügen eines Ackers. Ihr bioklimatischer Faktor ist Feuchtigkeit, ihr pathogener Faktor ist Nässe, dass heißt läuft die Erde nicht harmonisch rund, kann es zu Ansammlung von pathogener Feuchtigkeit in Form von Schwellungen, Schweregefühl (des Unterleibs/der Beine), Verdauungsstörungen, Verschleimung der Atemwege, Konzentrationsschwäche, Grübeln und Gedankenkreisen kommen. Langanhaltende Infekte, Krankeiten und Emotionen schwächen auf Dauer die Mitte.

Durch ein paare einfache Ernährungsregeln können wir unsere Mitte beziehungsweise Erde in ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen:

Grundsätzlich:

  • Essen ist lebenswichtig und sollte einen entsprechenden Platz im Alltag einnehmen
  • Regelmäßigkeit ist der Mitte förderlich – Hungern, Fasten oder Mahlzeiten ausfallen lassen nicht
  • Wechsel von Fülle und Leere beachten: zwischen den Mahlzeiten der Verdauung ca. 4 Stunden Zeit lassen
  • soviel Essen bis man gerade satt ist – und nicht Überessen
  • Gut kauen, die Verdauung beginnt bereits im Mund und entlastet so die Mitte

Wann?

  • morgens idealerweise ein warmes Frühstück zu sich nehmen (nährt die Milz)
  • abends nicht mehr nach 19 Uhr essen, um der Leber des Nachts Zeit für ihre Aufgaben zu geben

Was?

  • gekochtes vollwertiges Getreide als tägliche Grundlage (Hirse, Dinkel, brauner Reis – wenig Pasta, Polenta, Couscous)
  • viel frisches gegartes Gemüse, gekochtes Obst
  • gute Proteinquellen sind Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen) und Fleischalternativen (Tofu, Tempeh, Seitan), frischer Fisch und eventuell gelegentlich Bio-Fleisch
  • achten Sie auf hochwertige Fette, vermeiden Sie Transfette und gehärtete Fette
  • generell auf Qualität achten, Frische ist stets von Vorteil, Geiz ist geil gilt nicht beim Herstellen von sich selbst
  • saisonale Auswahl der Zutaten unter Berücksichtigung der Konstitution

Wie?

  • Motto: Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler. 
  • Zurückhaltung mit Schleimbildnern: Süßigkeiten, Milchprodukte (führen zu pathogener Feuchtigkeit und Schleim)
  • maßvoller Genuss von Genussmitteln: Kaffee, Schwarztee, Alkohol, Energydrinks (induzieren Hitze)
  • saisonales Verhältnis von Rohkost (zuviel schwächt die Milz) zu Kochkost
  • keine eisgekühlten Getränke und Speisen (schwächen Magen und Milz stark)

Getränke:

  • ausreichend trinken (Konzentration des Urins), nicht während des Essen
  • das ernährungsphysiologisch beste Getränk ist warmes bis heißes Wasser
  • Tees wechseln – Kräutertees haben eine pharmakologische Wirkung und sind nicht als Dauergetränk geeignet

 

Essen ist etwas Alltägliches, andauernd Wiederkehrendes. Die Befolgung dieser einfachen Regeln erleichtert der Mitte ihre alltägliche Aufgabe des Transports, Tranformation, Integration – eine starke Mitte wird es Ihnen danken.

 

Mehr Wissenswertes zum Thema warmes Frühstück auf FID-Gesundheitswissen.

Ein Rezept für warmes Frühstück finden Sie auch hier.

Prebiotika: Inulin als Darmtherapeutikum

prebiotika inulin
Alantwurzel (Inula helenium) oder auch Darmwurz ist reich an Inulin

 

Die therapeutische Gabe von Oligofructose- und Inulinhaltiger Prebiotika dient der selektiven Stimulation der Milchsäurebakterienflora im menschlichen Darm.

Was sind Prebiotika?

Prebiotika sind schlicht Ballaststoffe, die nicht verstoffwechselt werden jedoch der selektive Stimulation der Milchsäurebakterien (Bifidobacteria species, Lactobacilli species) im menschlichen Darm nützlich sind. Durch ihre Bestandteile wie Oligofructose und Inulin (nicht zu verwechseln mit dem Hormon Insulin, das zur Regulation des Blutzuckerspiegel beträgt) dienen sie als Futter für die nützliche protektive Darmflora und wirken so vorteilhaft bei der Wiederherstellung einer physiologischen Darmflora bei eventuell gleichzeitiger Gabe von Probiotika. Dies ist letzterzeit vermehrt auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

Milchsäurebakterien verstoffwechseln diese Ballaststoffe und produzieren kurzkettige Fettsäuren wie Buttersäure, die die Darmschleimhaut in ihrer Funktion als Barriere unterstützen und der auch eine auf den Darm bezogene krebsvermeidende Wirkung zugeschrieben wird.

Pflanzennährstoff Inulin

Inulin ist ein Pflanzennährstoff und kommt natürlicherweise in den Wurzeln von Chicoree, Löwenzahn oder Kletten vor. Es besitzt als Phytonährstoff eine nährende und speichernde Funktion für die Pflanze.

Es ist gut löslich in heißem Wasser und da es geschmacksneutral bleibt, eignet es sich hervorragend zum Kochen und Backen. So eingesetzt erhöht es zum Beispiel die Cremigkeit von Süßspeisen.

Vorteile von Prebiotika

Die therapeutischen Vorteile von prebiotischen Ballaststoffen wie Inulin und Oligofructose sind vielfältig: Sie dienen dem Aufbau der mukosaprotektiven (darmschleimhautschützenden) Milchsäurebakterienflora, führen zum Rückgang Gram-positiver (pathogener) Bakterien, Unterstützen die Vermeidung von Neoplasien (Gewebsneubildungen) im Darm und fördern die Regulation des leicht sauren PH-Wertes im Dickdarm, was ein natürliches Milieu für die dort vorkommende Darmflora darstellt.

Wirkung von Inulin im Sinne der TCM

Inulinreiche Pflanzen wie 木香 Mu Xiang – Himalyaschartenwurzel (Aucklandiae Radix) oder 党参 Dang Shen Glockenwinde (Codonopsis Radix) werden traditionellerweise als Milztonikum sowie Qi regulierendes und aufbauendes Mittel genutzt und sind somit und durch ihren Bezug auf Lunge|Dickdarm auch der Darmgesundheit förderlich. Die Alantwurzel (Inula helenium) wird in manchen Teilen Chinas als Ersatz für Codonopis eingesetzt und wurde auch im Westen seit der Antike bei Magen-Darm-Beschwerden und Bronchialkatarrhen eingenommen.

Die Analyse der Inhaltsstoffe entspricht jedoch eher der modernen westlichen Verwendung von Heilpflanzen. Inulin an sich ist im Geschmack neutral-süß und impliziert dadurch eine harmonisierende Wirkung auf die Organe der Verdauung und der chinesischen Mitte: Milz|Magen.

Die Verdauung aus Sicht der TCM, Teil II

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Die eigene Verdauung: Verstehen Sie nur Chinesisch?

 

Der Vorgang der Verdauung wird aus der Sicht der TCM von den Funktionen Transport, Transformation und Integration geprägt. An diesem Prozess sind  neben verschiedenen Organen auch emotionale Faktoren beteiligt. Auf einer ganzheitlichen Metaebene betrachtet geht es um folgende Fragen: Woraus stelle ich mich selbst her? Was nährt mich stofflich, emotional, spirituell? Kann ich mich selbst – und andere – nähren?

Fundamentale Bezugsachsen

Das harmonische Funktionieren der Verdauung ist im besonderen Maße von zwei dynamischen Beziehungen abhängig, dem Qi-Mechanismus und der Beziehung der Wandlungsphasen Holz (Leber|Gallenblase) und Erde (Milz|Magen).

Qi-Mechanismus

Es handelt sich hierbei um die Dynamik, die durch die natürliche Tendenz des Milz-Qi aufzusteigen (Anheben des Reinen) und die des Magen-Qi abzusteigen (Absenken des Trüben) erzeugt wird. Dieses korrekte Auf-und Absteigen des Milz- und Magen-Qi fungiert als eine Art Dynamo der Qi-Bewegung und fördert so die Verteilung des Qi innerhalb des Körpers. Der Qi-Mechanismus ist eine der fundamentalen physiologischen Körperfunktionen. Qi-Blockaden begünstigen die Ansammlung von pathogener Feuchtigkeit, Schleim und Nahrung; sie können durch Fülle oder Mangel geprägt sein.

Holz-Erde-Achse (Leber-Milz|Magen)

Diese Beziehung ist von großer Bedeutung für die Gewährleistung einer gesunden Verdauung. Leber kontrolliert mittels des Kontrollzyklus den Magen und regiert den harmonischen Qi-Fluß während der Verdauung zu selbigem. Eine Milz-Qi-Schwäche steht oft in enger Beziehung zu einem Leber-Qi-Stau, da die tyrannische Leber bei energetischen Blockaden schnell die Milz überkontrolliert und sie auf diesem Wege schwächt. Die Folge ist eine Attacke auf Milz und Magen und eine Unterbrechung des natürlichen Qi-Mechanismus.

Emotionale Faktoren

Funktionelle Prozesse wie die Verdauung sind besonders anfällig für psychoemotionale Faktoren. Eine westliche Erklärung ist die Steuerung und Regulation der Verdauungsorgane über den Nervus Vagus, dem parasympathischen Anteil des vegetativen Nervensystems. Unter Stresseinwirkung verbleibt der Körper im handlungsbereiten sympathikotonen Zustand – die vegetativen Funktionen der gemächlichen Verdauung werden zugunsten der Jagd- und Konfrontationsbereitschaft unterdrückt. Was von der Evolution als Vorteil angesehen wurde, erweist sich in unseren modernen Leistungsgesellschaften als großer Nachteil für das Wohlbefinden der Mitte.

Denn aus Perspektive der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM sind Stress|Kummer|Grübeln|Gedankenkreisen langanhaltende Emotionen, die das Qi verknoten und stagnieren lassen und innere Pathogene begünstigen oder verursachen: Wind, Feuchtigkeit, Feuchte-Hitze, Hitze. Sie tragen als innere Faktoren zur Entstehung zahlreicher chinesischer Syndrommuster bei bzw. sind oft Ausgangspunkt für spätere organische Störungen.

Das metaphorische Thema der Wandlungsphase ERDE ist das beständige Pflügen des Ackers, die alltäglichen Verrichtungen und Erledigungen des Alltages. Milz und Magen als ihre beiden Organe sind die Erntearbeiter des Qi, das auf Tagesbasis für die Alltagsprozesse von Wachstum, Wiederherstellung, Abwehr, Fortbewegung, Temperaturregulation, Atmung und Fortpflanzung verwendet wird.

Die Verdauung aus Sicht der TCM, Teil II weiterlesen

Die Verdauung aus Sicht der TCM, Teil I

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Verdauung: Trennung des Reinen vom Trüben

 

Der komplexe Vorgang der Verdauung wird aus der Perspektive der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM im Wesentlichen von den Funktionen Transport, Transformation und Integration geprägt. An diesem Prozess sind verschiedene physische Organe beteiligt, emotionale Faktoren spielen jedoch eine entscheidende Rolle. Auf einer ganzheitlichen Metaebene betrachtet kann es um unterschiedlich Fragen des Nährens gehen.

Chinesische Physiologie der Verdauung

Der sogenannte Mittlere Erwärmer JIAO, bestehend aus Milz und Magen vereinigt alle Funktionsaspekte des gastrointestinalen Systems. Zu ihm gehören ebenso die unterschiedlichen funktionellen Aspekte des westlichen Magens, des Pankreas, der Leber, der Gallenblase, des Dick- und Dünndarms. Milz und Magen meint hier neben den anatomischen Organen sogenannte Funktionskreise, zu denen auch ihre Leitbahnen gehören – diese beiden Funktionskreise sind aus der Sicht der TCM von zentraler Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Jeder andere Funktionskreis hängt von dem gleichmäßigen Strom des Qi aus der Verdauung ab und somit beeinträchtigt jede Störung von Milz und Magen alle anderen Organsysteme und damit den gesamten Körper.

Milz (脾 )|Magen (胃 Wèi)

Sie sind die Schlüsselorgane des Verdauungsprozesses. Im Magen erfolgt die Trennung des physiologische Qi (die reinen Anteile) und der Abfallstoffe (die trüben Anteile). Das so gewonnene Nahrungs-GU-Qi wird in der Lunge mit dem Atmungs-DA-Qi zusammengeführt. Es wird weiter zu den drei Subtypen des Qi verfeinert (Brust-ZONG-Qi sowie Abwehr-WEI-Qi und Nähr-YING-Qi), um dann von der Milz (beherrscht Transport) und der Leber (verteilt Qi) an die relevanten Organe und Körperteile verteilt zu werden. Dieser Prozess wird mit 运化 Yùn Huà Transformation und Transport beschrieben.

Leber (肝 Gān)|Gallenblase (胆 Dǎn)

Der Leber kommt im Verdauungsprozess eine besondere Bedeutung zu, ihre Beziehung zur Milz ist eine der fundamentalen funktionellen Organbeziehungen im menschlichen Körper. Sie reguliert die Bewegung und Verteilung des Qi. Eine Behinderung der Bewegung des Leber-Qi führt rasch zu einer Beeinträchtigung von Milz und Magen. Dafür werden die unterschiedlichen Zyklen des Nährens und der Kontrolle aus der Fünf-Elemente-Theorie zur Erklärung herangezogen. So ist der sogenannte Leber-Qi-Stau einer der häufigsten Ursachen für Verdauungsbeschwerden aus der Sicht der chinesischen Medizin.

Die Rolle der Gallenblase in der Verdauung ist sekundär und in ihrer Speicherfunktion der reinen Flüssigkeit Galle ist sie der Leber untergeordnet.

Dünndarm (小肠 Xiǎocháng)|Dickdarm (大肠 Dàcháng)

Im Hinblick auf ihre gastrointestinale Funktion sind Dünn- und Dickdarm eng mit dem Magen und der physiologischen Abwärtsbewegung des Magen-Qi verbunden. Als Hohl-FU-Organe bestehen ihre Hauptfunktionen im Ausleiten und Beseitigen von trüben Anteilen der Verdauung. Auch spielen sie eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Milz in ihrer Funktion der Regulation des Flüssigkeitshaushaltes und der Flüssigkeitsverteilung. Dicke, geschwollene Beine sind eines der Symptome, die auf eine Milzpathologie schließen lassen.

Die Verdauung aus Sicht der TCM, Teil I weiterlesen

PI QI XU Milz-Qi-Schwäche

PI QI XU milz-qi-schwäche
PI, das chinesische Schriftzeichen für Milz

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen.

Pathologie der Milz-Qi-Schwäche

Die häufigsten Störungen des Funktionskreises Milz(-Pankreas) sind gekennzeichnet durch eine Schwäche des Qi oder des YANG. Auf dem Boden dieser Schwäche wirken pathogene (krankmachende) Faktoren wie Kälte und Feuchtigkeit bzw. Hitze und Feuchtigkeit, die entweder über die Nahrung aufgenommen werden oder von außen auf den Körper einwirken. Hier kann dann die Schwäche in Füllezustände mit Blockade des Qi in Form von Schleim übergehen. So ist die thermische (messbare Temperatur) und energetische (kalt-heiss) Qualität der Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen ein entscheidender Faktor der Milzfunktionalität.

Ursachen einer Milz-Qi-Schwäche

Häufigste Ursache sind unregelmäßiges Essen, übermäßige Einnahme kalter, roher Lebensmittel; exzessives Denken und langfristige mental-emotionale Belastung sowie Folgen von chronischen Erkrankungen –  jegliche längere Krankheit neigt dazu, die Milz zu erschöpfen. Die physiologischen Funktionen der Milz von Transport und Transformation werden unterbrochen und es kommt zu Stagnation und Verdauungsstörungen. Aber auch klimatische Faktoren wie andauernde Nässe (Wetter oder Wohnbedingungen) können das Milz-Qi schwächen und zu einem Mangel führen.

Symptome einer Milz-Qi-Schwäche

Blässe, Appetitlosigkeit, weiche Stühle, Ödeme, Müdigkeit sind Schlüsselsymptome einer Milz-Qi-Schwäche, des Weiteren postpraniale Müdigkeit (nach dem Essen) und morgendliche Antriebslosigkeit.

Weiterer Verlauf einer Milz-Qi-Schwäche

Die Milz-Qi-Schwäche steht im Zentrum aller Milz-Disharmonien, weil die anderen Leere-Muster nur Variationen des Milz-Qi-Mangels sind. Wird das Qi noch mehr entkräftet, so kann es Organe und Blut nicht mehr an seinem Platz halten, und es kommt zu Organprolaps und/oder Blutungen.

Folgende Muster stellen eine Komplikation der Milz-Qi-Schwäche dar:

  • sinkendes Milz-Qi
  • Milz kann das Blut nicht in den Gefäßen halten

PORRIDGE: Pimp your Brekky – Rezept für warmes Frühstück

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Porridge Rezept für eine starke Mitte

 

Ein regelmäßiges neutral-süßes warmes Frühstück macht sich sehr gut für die Mitte – die chinesischen Organe Milz und Magen profitieren nachhaltig von der warmen Energie am Morgen. Ihre Aufgabe im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist unter anderem der Transport, die Transformation und die Integration der Nahrung in unseren Körper. Daran schließt sich der Aufbau der beiden vitalen Substanzen Qi (Energie) und Xue (Blut) an. Sind sie in ausreichendem Maße vorhanden und zirkulieren, fühlen wir uns rund. Auf einer ganzheitlichen Ebene bedeutet dies: Nur aus einer starken Mitte können wir den täglichen Aufgaben des Lebens mit all unseren Ressourcen kraftvoll begegnen.

Eine Variante zur Stärkung dieser Mitte ist folgendes Rezept: Porridge aus Hafer, gekocht mit einer Prise Salz in Wasser mit einem frisch geriebenen säuerlichen Apfel und getrocknetem Kardamom, Ingwer und Bockshornklee.

Als Power-Topping nach dem Kochen einen Superfood-Mix aus Sojalecithin, geschroteten Leinsamen und rohen Cacao-Nibs darüberstreuen:

  • Die im Sojalecithin enthaltenden Phospholipide und Phytosterole wirken sich günstig auf den Fettstoffwechsel der Leber aus, die Choline können sich als Nervennahrung günstig auf Konzentrationsvermögen und Gedächtnisleistung auswirken – Aspekte einer ausbalancierten Milzfunktionalität.
  • Leinsamen sind neben antikanzerogenen Phytoöstogenen – sogenannte Lignane, die hormonregulativ wirken – reich an entzündungshemmenden ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und unterstützen die metabolische Durchlässigkeit der zellulären Biomembranen, da diese essentiellen Fettsäuren in sie eingebaut werden. Chinesisch betrachtet nährt Leinsaat die Essenzen Jing (unseren energetischen Speicher) und befeuchten durch das Wasserbindungsvermögen ihrer Quellstoffe den Darm und wirken schleimhautschützend.
  • Roher Cacao ist ein exzellentes Superfood reich an Antioxidanzien und enhält mehr Calcium als Kuhmilch – ohne dabei das Verdauungsfeuer zu schwächen und den mittleren Erwärmer (u.a. Milz und Magen) zu verschleimen. Er unterstützt das Herz-Kreislaufsystem und seine Bitterstoffe helfen, den Hyper auf Süßes zu regulieren – ein Zeichen einer bereits geschwächten Mitte.

Der energetisch leicht kühle Hafer und der energetisch warme Cacao werden dem Feuerelement zugeordnet und ergänzen sich hervorragend mit wärmendem Kardamom und Ingwer, die dem Metallelement zugeordnet werden. Dabei sollte der neutral-süße Geschmack der Gesamtkompostion im Vordergrund stehen, der die Mitte nährt und harmonisiert. So liefern das Porridge einen energiereichen Start in den Tag und die Grundlage für die Qi-Produktion des Körpers – denn:

Nothing can be created out of nothing.

 

Mehr zu Superfoods auf dieser informativen Website: www.superfood-gesund.de

5 ELEMENTE ERNÄHRUNG: Kochen im Zyklus der Fünf Wandlungsphasen

5 Elemente Ernährung
Die unterschiedlichen Zyklen der 5-Elemente-Theorie WU XING

 

5 Elemente Ernährung: Das DOJO, die Zeit zwischen zwei Wandlungen ist eine guter Moment, seine Mitte (dh. chinesische Funktionskreise Milz PI und Magen WEI) durch gekochte Nahrung zu stärken. Eine Methode, harmonische und QI-reichhaltige Speisen zuzubereiten ist das Kochen nach den Fünf Elementen (nach Barbara Temelie). Weniger das Rezept als das beobachtende Bewusstsein steht im Vordergrund, was man von seiner Nahrung eigentlich möchte: Die Mitte harmonisieren, Stagnation auflösen, die Nieren stärken …

Welche Wirkrichtung hat ein Lebensmittel, wohin soll die zubereitete Speise wirken, was soll gestärkt werden? Eine kleine Infografik zu den unterschiedlichen Zyklen von Nähren (SHENG) und Kontrollieren (KE) sowie Überwältigen (CHENG) und Verachten (WU) soll inspirieren.

Der Vorteil von 5 Elemente Ernährung: Die Speisen werden harmonisch, schmackhaft und nähren besser und nachhaltiger – Kochen an sich ist ein Ausdruck an Wertschätzung sich selbst und anderer gegenüber. Kochen im Zyklus der 5 Wandlungsphasen verschafft jedem, der nicht weiß, was er für sich  kochen soll oder der meint, er könnte es einfach nicht, einen intuitiven und sinnlichen Zugang zu gekochten Zubereitung von Nahrung.

 

Übrigens: Das DOJO wiederholt sich 4x im Jahr, immer 36 Tage nach den Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen – viermal jährlich eine gute Gelegenheit, liebevoll zu sich selbst und der eigenen Mitte zu sein.