PORRIDGE: Pimp your Brekky – Rezept für warmes Frühstück

porridge rezept
Porridge Rezept für eine starke Mitte

 

Ein regelmäßiges neutral-süßes warmes Frühstück macht sich sehr gut für die Mitte – die chinesischen Organe Milz und Magen profitieren nachhaltig von der warmen Energie am Morgen. Ihre Aufgabe im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist unter anderem der Transport, die Transformation und die Integration der Nahrung in unseren Körper. Daran schließt sich der Aufbau der beiden vitalen Substanzen Qi (Energie) und Xue (Blut) an. Sind sie in ausreichendem Maße vorhanden und zirkulieren, fühlen wir uns rund. Auf einer ganzheitlichen Ebene bedeutet dies: Nur aus einer starken Mitte können wir den täglichen Aufgaben des Lebens mit all unseren Ressourcen kraftvoll begegnen.

Eine Variante zur Stärkung dieser Mitte ist folgendes Rezept: Porridge aus Hafer, gekocht mit einer Prise Salz in Wasser mit einem frisch geriebenen säuerlichen Apfel und getrocknetem Kardamom, Ingwer und Bockshornklee.

Als Power-Topping nach dem Kochen einen Superfood-Mix aus Sojalecithin, geschroteten Leinsamen und rohen Cacao-Nibs darüberstreuen:

  • Die im Sojalecithin enthaltenden Phospholipide und Phytosterole wirken sich günstig auf den Fettstoffwechsel der Leber aus, die Choline können sich als Nervennahrung günstig auf Konzentrationsvermögen und Gedächtnisleistung auswirken – Aspekte einer ausbalancierten Milzfunktionalität.
  • Leinsamen sind neben antikanzerogenen Phytoöstogenen – sogenannte Lignane, die hormonregulativ wirken – reich an entzündungshemmenden ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und unterstützen die metabolische Durchlässigkeit der zellulären Biomembranen, da diese essentiellen Fettsäuren in sie eingebaut werden. Chinesisch betrachtet nährt Leinsaat die Essenzen Jing (unseren energetischen Speicher) und befeuchten durch das Wasserbindungsvermögen ihrer Quellstoffe den Darm und wirken schleimhautschützend.
  • Roher Cacao ist ein exzellentes Superfood reich an Antioxidanzien und enhält mehr Calcium als Kuhmilch – ohne dabei das Verdauungsfeuer zu schwächen und den mittleren Erwärmer (u.a. Milz und Magen) zu verschleimen. Er unterstützt das Herz-Kreislaufsystem und seine Bitterstoffe helfen, den Hyper auf Süßes zu regulieren – ein Zeichen einer bereits geschwächten Mitte.

Der energetisch leicht kühle Hafer und der energetisch warme Cacao werden dem Feuerelement zugeordnet und ergänzen sich hervorragend mit wärmendem Kardamom und Ingwer, die dem Metallelement zugeordnet werden. Dabei sollte der neutral-süße Geschmack der Gesamtkompostion im Vordergrund stehen, der die Mitte nährt und harmonisiert. So liefern das Porridge einen energiereichen Start in den Tag und die Grundlage für die Qi-Produktion des Körpers – denn:

Nothing can be created out of nothing.

 

Mehr zu Superfoods auf dieser informativen Website: www.superfood-gesund.de

ACHTSAMKEIT: Happiness …

achtsamkeit
… is having what you want and wanting what you have

 

Zur Achtsamkeit sich selbst gegenüber: Im letzten Jahr durfte ich die persönliche Erfahrung der eigenen Mitte machen – nach jahrelangen metabolischen Beschwerden des Verdauungsapparates und der Leber, ausgelöst durch eine Laktoseintoleranz, die vor etwa 18 Jahren mit Anfang 20 erstmalig auftrat und mich in einem Zustand hielt, den ich heute als off-centered bezeichnen würde. Nun hatte ich meine Ausbildung zu Ende gebracht, das Thema Chinesische Medizin in die Reife geführt und mir als private Erbauung einen kleinen Garten auf dem Lande gegönnt, denn das Gärtnern ist seit Kindheitstagen eines meiner Herzensangelegenheiten. Und um die Kultivierung der Freude sollte es da gehen.

Nach knapp 20 Jahren Großstadt war ich ihr etwas überdrüssig und so zog ich mich die halbe Woche dort zurück und dampfte mein Berliner Alltagsleben auf den Rest der Woche ein. Da ich den Garten noch im Winter erwarb, konnte ich nach Abschluss der Formalitäten bereits zum frühen Holz dieses sehr dynamischen Jahres in die Aktion gehen: Ich wühlte mich die nächsten Monate wie besessen durch das Gründstück, befreite es von Rasenkantensteinen, überdimensionierten Hundehütten, Anbauten und Flüssiggastanks, die den Gemüsegarten verunzierten. Eine ganze Reihe von Sträuchern und Blühpflanzen gelangten über die Wochen dorthin und jedes Samenregal in Bau- und Supermärkten wurde von mir geplündert. Zur Sommersonnenwende war dann das Gestaltungskonzept umgesetzt und der Garten nicht mehr wieder zu erkennen. Zwischendurch erkundete ich die Umgebung mit dem Rad oder drehte größere Runden mit dem Rennrad als der Sommer kam. Ich war ganz bei mir – und in meiner eigenen Mitte. Etwas was ich zuvor nicht kannte und das sich einfach richtig anfühlt: Der Zustand, wie wir gemeint sind.


happiness is having what you want and wanting what you have

Nun weiß ich also, wie es sich anfühlen sollte und was es – für mich persönlich – dafür braucht, um dorthin zu gelangen: Eine Mischung von Erdung durch Gartenarbeit und sportlicher Bewegung, die die Stagnationen auflöst, die das Großstadtleben in seiner Dichte zwangsläufig mit sich bringt. Draußen im Garten, auf Feld und Flur, im Wald und am Wasser kann man in der Natur beobachten, was Wind macht, wie das Yang der Sonne das Eis und den Raureif tauen lässt, der Schatten die Kälte speichert, die Hitze des Sommers die Vegetation verändert, Trockenheit das Yin des Bodens ausdorrt und im Herbst die Dynamik der Bewegung eine entgegengesetzte zum Austreiben des Frühlings ist. Alles was man seit Kindheitstagen kennt und von dem man doch durch das moderne Zivilisationsleben entfremdet ist. Dort draußen kann man in der Stille beobachten, woher die alten Chinesen ihr daoistisches Wissen bezogen – aus der Beobachtung der Natur, dem universellen Lauf der Dinge, dem immer wiederkehrenden Rhythmus von Werden, Erblühen, Reifen und Vergehen.

Und gleichsam dem Beackern einer Scholle entsteht aus dem beständigen Pflügen des inneren Ackers, einer Vorstellung der inneren Alchemie WAIDAN dieser Zustand des in seiner eigenen Mitte Seins, der kein statischer ist, sich jederzeit auch wieder wandeln kann, aber eine Zielsetzung für das Leben bleibt: Der innere Ort an dem man sein möchte, zu dem man hin strebt, um komplett zu sein.

5 ELEMENTE ERNÄHRUNG: Kochen im Zyklus der Fünf Wandlungsphasen

5 Elemente Ernährung
Die unterschiedlichen Zyklen der 5-Elemente-Theorie WU XING

 

5 Elemente Ernährung: Das DOJO, die Zeit zwischen zwei Wandlungen ist eine guter Moment, seine Mitte (dh. chinesische Funktionskreise Milz PI und Magen WEI) durch gekochte Nahrung zu stärken. Eine Methode, harmonische und QI-reichhaltige Speisen zuzubereiten ist das Kochen nach den Fünf Elementen (nach Barbara Temelie). Weniger das Rezept als das beobachtende Bewusstsein steht im Vordergrund, was man von seiner Nahrung eigentlich möchte: Die Mitte harmonisieren, Stagnation auflösen, die Nieren stärken …

Welche Wirkrichtung hat ein Lebensmittel, wohin soll die zubereitete Speise wirken, was soll gestärkt werden? Eine kleine Infografik zu den unterschiedlichen Zyklen von Nähren (SHENG) und Kontrollieren (KE) sowie Überwältigen (CHENG) und Verachten (WU) soll inspirieren.

Der Vorteil von 5 Elemente Ernährung: Die Speisen werden harmonisch, schmackhaft und nähren besser und nachhaltiger – Kochen an sich ist ein Ausdruck an Wertschätzung sich selbst und anderer gegenüber. Kochen im Zyklus der 5 Wandlungsphasen verschafft jedem, der nicht weiß, was er für sich  kochen soll oder der meint, er könnte es einfach nicht, einen intuitiven und sinnlichen Zugang zu gekochten Zubereitung von Nahrung.

 

Übrigens: Das DOJO wiederholt sich 4x im Jahr, immer 36 Tage nach den Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen – viermal jährlich eine gute Gelegenheit, liebevoll zu sich selbst und der eigenen Mitte zu sein.

SHOU ZHONG – die Mitte bewahren (Berlin, 2014)

TCM wegdermitte
Shou Zhong – den Weg der Mitte gehen

 

Weitere 3 Jahre sind vergangen, eine Fachausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) folgte und nach den vorhergehenden zwei Jahren Vorbereitung auf die staatliche Heilpraktikerprüfung, in denen es lediglich um Pathologie, Krankheit und Infektionsschutzgesetz ging, endlich der Acker, den ich eigentlich bearbeiten wollte: Die Chinesische Medizin als die ganzheitliche Medizin, wegen derer ich diesen Weg gehen wollte. Aus der eigenen langjährigen Erfahrung als Patient, den Möglichkeiten der chinesischen Akupunktur- und Kräutertherapie meiner Heilpraktikerin Almut Glagau erwuchs das Leitbild meiner eigenen Arbeit.


Aufmerksam zuhören und beobachten, die wirklich relevanten Themen erforschen und benennen, unter Einbeziehung von Ernährung und Lebensführung den Patienten den Weg in Linderung und Besserung weisen. Eventuell den Raum für Heilung ermöglichen.


Das wurde für mich persönlich der Weg der Mitte, den ich an der Shou Zhong, Ausbildungszentrum Ost der Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V. (AGTCM) vertiefte. Diese bundesweite Vereinigung von Heilpraktikern und Ärzten, denen das Interesse an Klassischer Akupunktur und den Weiten der Chinesischen Medizin gemeinsam ist steht für eine hohen Standard in Aus- und Fortbildung. So professionalisierte ich das, was 2008 nach der Erfahrung des ersten Massagekurs nur mehr ein grosses JA war. Ein Ja zum wunderbaren Weg, der Weg der Mitte, A Road Less Traveled, der mich nach 5 Jahren zum Heilpraktiker für Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) führte.

Während dieser intensiven Zeit lernte ich die alternative und eigenständige Sichtweise der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als eine ganzheitliche Perspektive auf Krankheitsgeschehen kennen und schätze die umfangreiche Bandbreite an therapeutischen Verfahren, die mir durch ein vielschichtiges Dozententeam mit auf den Weg gegeben wurden. Die TCM bedient sich unter anderem folgender Verfahren: Akupunktur (die bekannte chinesische Nadelung in die Tiefe der Gewebe), Moxibustion (das Abbrennen von Beifusskraut in unterschiedlichen Anwendungsformen), Schröpfen (trocken oder blutig), Gua Sha (eine klassische Schabetechnik an der Hautoberfläche), Qi Gong (meditative Führung von Bewegung und Atmung) sowie japanische Style der Akupunktur (oberflächliche Nadelung in die Haut, z.B. Meridiantherapie, Manaka, etc.).

Das umfangreiche theoretische Wissen wurde während der zweijährigen Lehrpraxis des angeschlossenen Ambulatoriums unmittelbar bei der praktischen Behandlung realer Patienten angewandt und zugleich vertieft.

 

Weitere Informationen zur AGTCM inklusive Therapeutenfinder:

www.agtcm.de