GAN QI FAN WEI Leber-Qi dringt in den Magen ein

leber qi attackiert magen
GAN, das chinesische Schriftzeichen für Leber

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen. Im Folgenden ein Muster, das die Bezugsachse der Wandlungsphasen Holz und Erde bezeichnet.

Pathologie Leber-Qi attackiert Magen

Blockiertes Leber-Qi – maßgeblich aufgrund emotionaler Faktoren – unterbricht den Qi-Mechanismus, das stagnierte Qi greift auf den Magen über und stört dessen natürliches Absteigen des Magen-Qi. Es kommt zu rebellierendem Magen-Qi und einer Beeinträchtigung der Milz, Flüssigkeiten umzuwandeln und im Folgenden zu Ansammlungen von Schleim. Dieser verstärkt wiederum die Blockade im Mittleren Erwärmer, ein Teufelskreislauf entsteht.

Ursachen von Leber-Qi attackiert Magen

Langanhaltende emotionale Faktoren, Stress, unregelmäßiger Lebenswandel, mangelnder Ausgleich von Arbeit und Anspannung durch Freizeit und Bewegung, erhitzende Ernährung (Alkohol, Kaffee, Schokolade, etc.) im Übermaß, zu unregelmäßig, zu schwer, zu fettig lassen das Leber- und/oder Milz- und Magen-Qi blockieren sowie unterbrechen die Leber-Magen-Achse.

Symptome bei Leber-Qi attackiert Magen

Rezidivierender saurer Reflux, Sodbrennen, Aufstoßen, Appetitverlust, morgendliche Übelkeit, Blähungen, Obstipation und weiche Stühle im Wechsel.  Völlegefühl, Beklemmungsgefühl in der Brust, Ängstlichkeit, ständiges Sorgen machen. Zusätzlich zu den Symptomen des zugrundeliegenden Leber-Qi-Staus: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Depression, Schwindel, Spannungskopfschmerz, unregelmäßige Menstruation, prämenstruelle Brustspannung, Verspannungen von Nacken und Schulter, kalte Finger und Zehen.

Weiterer Verlauf von Leber-Qi attackiert Magen

  • Magen und Leber-Hitze, oft bedingt durch Ernährungsfaktoren
  • Verkomplizierung durch Feuchte Hitze und Schleim
  • Yin-Mangel aufgrund von anhaltender stagnierender Hitze; gastrointestinale Blutungen aufgrund von Fülle-Hitze

GAN QI YU JIE Leber-Qi-Stagnation

leber qi stagnation
GAN, das chinesische Schriftzeichen für Leber

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen. Im Folgenden ein erweiternder Ausblick auf ein Syndrommuster, das oft einen ursächlichen Bezug zur Pathologie der Mitte hat.

Pathologie der Leber-Qi-Stagnation

Die Stagnation des Leber-Qi verursacht eine Blockade des Qi, meist im Mittleren Erwärmer – dem oberen Abdomen. Die Leber versagt bei der Regulierung des Qi und das fehlende Bewegungsmoment führt zu einer Unterbrechung des Qi-Mechanismus. Da die Qi-Bewegung auch durch den Gastrointestinaltrakt verlangsamt ist, werden die Muster der Qi-Stagnation oft von Verstopfung begleitet sowie von Flüssigkeitsansammlungen aufgrund der beeinträchtigten Milzfunktion.

Ursachen einer Leber-Qi-Stagnation

Der Leber-Qi-Stau hat eine starke emotionale Komponente: Langanhaltende Emotionen, Wut, Ärger, Groll blockieren den freien Fluß des Leber-Qi. Auch akute Stresssituationen können Auslöser sein. Mangelnde Durchlässigkeit des Zwerchfells aufgrund von muskulären Verspannungen sowie unregelmäßige, verflachte Atmung lassen das Qi nicht aufsteigen und führen zu einer Ansammlung unterhalb des Diaphragmas. Der emotionale Aspekt ist eines der Leitsymptome aller Variationen von Leber-Qi-Stagnation.

Symptome einer Leber-Qi-Stagnation

Chronische epigatrische und abdominale Distension, Völle und Unwohlsein, Spannungen im Hypochondrium, Schmerzen oder Engegefühl, meist auf der rechten Seite stärker, gelegentlich wandernd. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depression. Appetitverlust, Verdauungsstörungen, Darmgeräusche, Blähungen, Wechsel von Obstipation und Diarrhö. Eventuell einhergehend mit Nackenverspannung, Spannungskopfschmerz, kalten Finger und Zehen. Alle Symptome haben einen klaren Bezug zu Emotionen und Stress, dem der Patient ausgesetzt ist.

Weiterer Verlauf einer Leber-Qi-Stagnation

  • Beeinträchtigung der Milz und Magenfunktionalität können zu Blut-Mangel oder -Stase, Milz-Qi-Schwäche, Feuchtigkeitsansammlungen oder Hitze führen
  • oft einhergehend mit Leber-Blut-Mangel oder Leber-Yin-Mangel
  • Auswirkungen auf die Fortpflanzungsorgane, Kälte in der Leber-Leitbahn, Libidoverlust, erektile Dysfunktion

WEI HUO Magen-Hitze | Feuer

WEI HUO Magen-Hitze
WEI, das chinesische Schriftzeichen für Magen

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen.

Pathologie der Magen-Hitze

Magen-Hitze kann sich aus dem Muster Leber-Qi dringt in den Magen ein heraus entwickeln oder mit dem übermäßigen Konsum erhitzender Nahrung verknüpft sein. Es kommt zu Bildung von Hitze im Magen. Die Hitze trocknet die Flüssigkeiten ein und lässt das Magen-Qi aufsteigen. Dies ist ein sehr häufiges Muster und spricht gemeinsam mit einer Nahrungsumstellung gut auf eine Behandlung mit Akupunktur und Kräutern an.

Ursachen einer Magen-Hitze

Überessen mit schwerer, erhitzender Nahrung führt zu Ansammlung und Stagnation – besonders durch Schokolade, Kaffee, Alkohol. Emotionale Faktoren sind bei der Entstehung dieses Musters dem Einfluss der Nahrung untergeordnet, jedoch löst Stress die Symptomatik des Sodbrennens aus oder verstärkt sie.

Symptome einer Magen-Hitze

Sodbrennen, saurer Reflux, Aufstoßen, brennende Schmerzen im Epigastrium, Durst nach kalten Flüssigkeiten, trockener Mund, Mundgeruch, Zahnfleischentzündung, Mundulzera,Verstopfung, übelriechende Stühle, Reizbarkeit, hitziges Temperament.

Weiterer Verlauf einer Magen-Hitze

Bei einem chronischen Zustand werden die Symptome einer Magen-Hitze oft durch einen allgemeinen YIN-Mangel verstärkt, der mit Symptomen wie Hitzewallungen, Wangenröte, Nachtschweiss, nervöser Unruhe, Agitiertheit und Schlafproblemen einhergeht.

Zusätzlich können folgende verkomplizierenden Faktoren vorkommen:

  • Hitze kann in Kombination mit Feuchtigkeit und auch mit Kälte aufgrund eines Mangels im Mittleren Erwärmer (Milz und Magen) auftreten
  • Akkumulation als Schleim-Feuchtigkeit blockiert das Absteigen des Magen-Qi, das daraufhin rebellisch aufwärts steigt

PI QI XU Milz-Qi-Schwäche

PI QI XU milz-qi-schwäche
PI, das chinesische Schriftzeichen für Milz

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen.

Pathologie der Milz-Qi-Schwäche

Die häufigsten Störungen des Funktionskreises Milz(-Pankreas) sind gekennzeichnet durch eine Schwäche des Qi oder des YANG. Auf dem Boden dieser Schwäche wirken pathogene (krankmachende) Faktoren wie Kälte und Feuchtigkeit bzw. Hitze und Feuchtigkeit, die entweder über die Nahrung aufgenommen werden oder von außen auf den Körper einwirken. Hier kann dann die Schwäche in Füllezustände mit Blockade des Qi in Form von Schleim übergehen. So ist die thermische (messbare Temperatur) und energetische (kalt-heiss) Qualität der Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen ein entscheidender Faktor der Milzfunktionalität.

Ursachen einer Milz-Qi-Schwäche

Häufigste Ursache sind unregelmäßiges Essen, übermäßige Einnahme kalter, roher Lebensmittel; exzessives Denken und langfristige mental-emotionale Belastung sowie Folgen von chronischen Erkrankungen –  jegliche längere Krankheit neigt dazu, die Milz zu erschöpfen. Die physiologischen Funktionen der Milz von Transport und Transformation werden unterbrochen und es kommt zu Stagnation und Verdauungsstörungen. Aber auch klimatische Faktoren wie andauernde Nässe (Wetter oder Wohnbedingungen) können das Milz-Qi schwächen und zu einem Mangel führen.

Symptome einer Milz-Qi-Schwäche

Blässe, Appetitlosigkeit, weiche Stühle, Ödeme, Müdigkeit sind Schlüsselsymptome einer Milz-Qi-Schwäche, des Weiteren postpraniale Müdigkeit (nach dem Essen) und morgendliche Antriebslosigkeit.

Weiterer Verlauf einer Milz-Qi-Schwäche

Die Milz-Qi-Schwäche steht im Zentrum aller Milz-Disharmonien, weil die anderen Leere-Muster nur Variationen des Milz-Qi-Mangels sind. Wird das Qi noch mehr entkräftet, so kann es Organe und Blut nicht mehr an seinem Platz halten, und es kommt zu Organprolaps und/oder Blutungen.

Folgende Muster stellen eine Komplikation der Milz-Qi-Schwäche dar:

  • sinkendes Milz-Qi
  • Milz kann das Blut nicht in den Gefäßen halten