TRIAL’N ERROR: Mythen moderner Ernährung, Teil II

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Energetisch kalte Lebensmittel: Alles Schleim oder was?

 

In der Serie Mythen moderner Ernährung meine persönlichen Gedanken zu thermisch und energetisch kalten Lebensmitteln aus der Perspektive der Ernährungsphilosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dort gibt es neben der thermisch messbaren Temperatur einer Speise das Konzept der energetischen Qualität eines Lebensmittels, der energetischen Wirkrichtung bedingt durch seinen Geschmack und seinem vorwiegende Wirkort in den Funktionskreisen des Organismus. Energetisch kalte Lebensmittel haben die Eigenschaft, nach unten abzusenken, zu sammeln und körpereigene Prozesse, insbesondere der Verdauung und des Flüssigkeitshaushalts zu verlangsamen sowie bis hin zu energetischen und stofflichen Blockaden zu führen.

Südfrüchte

Gegen landläufiger Meinung, eine Heisse Zitrone sei gut bei Erkältung ist aus Sicht der Chinesischen Medizin folgendes einzuwenden: Zitronen sind wie alle Südfrüchte, die aus tropischen Breiten importiert werden, energetisch kalt. Sie sind bei uns nicht heimisch und werden in einem völlig anderen Klima kultiviert, zu dem sie hervorragend passen: tropisch, feucht-warm bis heiß. Der saure Geschmack wirkt adstringierend, zieht die Körpersäfte zusammen und bewahrt vor übermäßigem Flüssigkeitsverlust durch exzessives Schwitzen.

Die Situation bei einem frischen Infekt ist eine andere: Ein Pathogen, meist Wind-Kälte dringt in den Körper ein, wird erst später zu Hitze umgewandelt. Im Anfangsstadium wäre es empfehlenswerter, die Körperoberfläche 1-2 Tage mittels frischem Ingwertee zu befreien und den Organismus durch Schwitzen dabei zu unterstützen, das Pathogen wieder auszuleiten – wohlgemerkt bei einem frischen Infekt im Anfangsstadium: 2-3 dünne Scheibchen frische Ingwerknolle mit heißem Wasser überbrühen und abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen, eventuell nur einen Spitzer Zitrone, mehrmals täglich. Frischer Ingwer wirkt energetisch wärmend, getrockneter hingegen bereits erhitzend.

Milchprodukte

Milchprodukte füllen meterweise die Kühlregale in Supermärkten und gelten als wertvolle Quellen für Proteine, Mineralien und Vitamine. Von einem regelmäßigen Verzehr im Übermaß ist jedoch abzuraten, denn neben ihrer energetisch kalten Qualität werden sie oft auch thermisch kalt konsumiert – der Magen muss den 4 Grad kalten Joghurt aus dem Kühlschrank erst auf 37 Grad hochtemperieren, um die darin befindlichen Proteinstrukturen andauen zu können, bevor sie weiter verstoffwechselt werden. Wichtiger jedoch ist, dass alle Milchprodukte im Körper Schleim bilden, dass heißt, wenn die Mitte bereits geschwächt ist, können sie die damit einhergehenden Prozesse pathogener Feuchtigkeit sehr ungünstig unterstützen.

Über die weiteren gesundheitlichen Nachteile erhöhten Milchkonsums wie das hohe allergene Potential, Nebenwirkungen bei Laktoseintoleranz und die Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel informieren im Internet zahlreiche Seiten, zum Beispiel die des Zentrum der Gesundheit.

Probieren Sie stattdessen Alternativen: Soja-, Hafer-, Reismilch, Porrigde statt Milchreis, pflanzliche Brotaufstriche und vegetabile Pasteten anstelle von Milchprodukte oder tierischen Aufstrichen.

Tiefkühlprodukte

Auf der unteren Skala energetischer Kälte befinden sich Tiefkühlprodukte. Zwar mag dies eine hervorragende Konservierungsmethode im Sinne der Erhaltung von Nährstoffen und Vitaminen sein, aus Perspektive des energetischen Gehaltes, dem wärmende Yang-Qi der Nahrung handelt es sich eben um Tiefkühltruhe. 10 Minuten Energiezufuhr reichen nicht mehr aus, um Lebensmittel, die schockgefrostet bei – 18 Grad längere Zeit gelagert wurden, wieder in einen Zustand zu überführen, der den Körper wärmt und die Mitte nährt. Und Wärme (YANG) braucht es, um überflüssige Feuchtigkeit (YIN) auflösen, wieder aufnehmen oder ausscheiden zu können

Von übermäßigem Gebrauch von tiefgekühlten Teilprodukten und Fertiggerichten ist dringend abzuraten, wählen Sie stattdessen lieber frische Zutaten, deren Qualität Sie beim Einkauf nachvollziehen können und deren energetische Wirkung erhalten bleibt und sich beim Kochen entfalten kann.

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