Konfuzianismus: Grundpfeiler der TCM, Teil II

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Konfuzius aka Kongzi: Meister Kong

 

Drei Lehren prägten Philosophie und Religion der alten Hochkultur China: Daoismus, Buddhismus, Konfuzianismus. In drei Beträgen sollen sie im Hinblick auf die Traditionelle Chinesische Medizin|TCM kurz skizziert werden.

Konfuzianismus: Im Wiederstreit mit dem Daoismus

Chinas Geschichte und Kultur ist vom Ringen um die Vorherrschaft von Konfuzianismus und Daoismus geprägt. Auf Perioden konfuzianischer Gelehrsamkeit folgten Phasen der Rückbesinnung auf daoistische Naturbeobachtung.

Begriffsklärung Konfuzianismus

孔子 Kǒng zǐ (551- 479 v. Chr.) wurde als Sohn eines verarmten adeligen Heerführers geboren und genoss eine sehr gute Erziehung. Er war Kind einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruches und Verschiebung der Machtverhältnisse, die vom Streben nach Ruhe, Ordnung und Sicherheit gekennzeichnet war. Kongzi war als Lehrer und Berater tätig, zeitweise bekleidete er auch das Amt eines Ministers seines Heimatstaates Lu. Er ging ins Exil und zog nach seiner Rückkehr mit seinen Schülern umher und traf auch auf Laozi, dem Begründer des Daoismus. Nach seinem Tod erhielt er höchste staatliche Ehren und die Würde eines chinesischen Kaisers sowie die Gleichstellung mit Gottheiten.


Lernen ohne zu denken ist sinnlos; aber denken ohne zu lernen ist gefährlich.


儒家思想 KonfuzianismusIdeen der Anhänger der Schule der Gelehrten. Diese ist geprägt durch die moralische Lehren und mustergültige Lebensweise ihres Begründers Kongzi (Meister Kong – Konfuzius). So sei zur Wahrung der Ordnung im Staate die durch Besonnenheit und Mitgefühl geprägte eigene Lebensweise von Bedeutung, die Achtung vor anderen Menschen und die Ahnenverehrung ist nach den Vorstellungen seiner Lehre von größter Wichtigkeit, ebenso das gelehrsame Studium Vorraussetzung für das Verständnis der Ordnung von Himmel, Erde, Mensch –  die Harmonie des Universums ist einer der Grundbegriffe des Konfuzianismus. Die Harmonie geht dabei den Weg vom Kleinen zum Großen:


Verhalte ich mich korrekt, ist die Familie in Harmonie. Wenn die Familien in Harmonie sind, ist es auch das Dorf. Sind die Dörfer in Harmonie, ist es auch die Provinz. Sind die Provinzen in Harmonie, dann ist es auch das Reich. Sind die Reiche in Harmonie, dann ist es auch der Kosmos.


Wichtige Aspekte des Konfuzianismus sind:

  • 五常 Wǔ cháng – Fünf Konstanten oder Kardinaltugenden: Weisheit, Aufrichtigkeit, Sittlichkeit (Ritueller Anstand), Menschlichkeit, Gerechtigkeit als Grundvorraussetzung für das geordnete Miteinander im Staat
  • Drei soziale Pflichten: Loyalität, Verehrung der Eltern, Wahrung von Anstand und Sitte (Beachtung der gesellschaftlichen Etikette, korrekte Ausführung der Riten, moralische Angemessenheit und sittliches Verhalten des Einzelnen im gesamtgesellschaftlichen Beziehungsnetzwerk)
  • 五伦 Wǔ lún – Fünf Menschliche Elementarbeziehungen in Sinne von hierarchischen Verhältnissen der Überordnung von Vater und Sohn, Herrscher und Untertan, Eheman und Ehefrau, älterer Bruder und jüngerer Bruder sowie Freund und Freund (als einzige Beziehung zwischen Gleichrangigen)

Kongzi’s humanistische Lehren prägten durch zahlreiche geschichtliche Brüche den gesamten ostasiatischen Raum, standen oft am Beginn gesellschaftlicher Neurorientierung und wurden auch im modernen China nach Kritik durch Intellektuelle zu Beginn des 20. Jhr. und Verteufelung durch Mao Zedong während der kommunistischen Kulturrevolution später wieder als Staatsdoktrin instumentalisiert. Ganz im Sinne des typisch chinesischen Synkretismus ist der Konfuzianismus eine Lehre unter anderen, die sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern ergänzen.

Konfuzianistische Aspekte in der TCM

12 Beamte: Der menschliche Körper als perfekt organisiertes Staatswesen, die einzelnen Körperfunktionen entsprechen dabei Aufgaben im gesamten Gemeinwesen: Der Kaiser (Herz), seine Minister und Palastwachen (Dünndarm, Perikard, Dreifacherwärmer), der General (Leber) der Streitmächte, die Verwaltungsbeamte der Kornkammern (Milz und Magen) und so weiter.

Fünf Tugenden und ihre Bedeutung für das Staatswesen Mensch durch Wahrung der Sittlichkeit und angemessene Lebensführung – ein älteres Konzept des Daoismus, das durch Mengzi im 4. Jhd. v. Chr. übernommen und verfeinert wurde und sich auch in der Haltung der chinesischen Medizin widerspiegelt.

Fünf Wandlungen: Die Zuordnung der Himmelsrichtungen (Ost, Süd, Mitte, West, Nord) und der Familienbeziehungen (jüngerer Bruder, jüngere Schwester, Mutter, Vater, älterer Bruder) zu den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser – einem daoistischen Konzept – stammt aus der konfuzianischen Perspektive.

Spannungskopfschmerzen: Eine Domäne der Akupunktur

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Kopfschmerzen: Für viele Menschen ein fast alltägliches Übel

 

Wer kennt sie nicht? Bandageartige Kopfschmerzen überall gleichzeitig im Kopf, drückend, dumpf oder flächig-ziehend, die Konzentration beeinträchtigend. Akupunktur bietet eine effektive Möglichkeit der nachhaltigen Behandlung sogenannter Spannungskopfschmerzen.

Akupunktur bei Spannungskopfschmerzen

Das Verfahren der Akupunktur hat ein sehr breites Spektrum der möglichen Indikationen, hierzulande wird es oft bei akuten und chronischen Schmerz-Syndromen angewendet wie zum Beispiel bei Spannungskopfschmerzen als einer der wichtigsten Indikationen. Da wo keine Schmerzmittel wirken können, weil sie nicht die Ursachen beheben, setzt die Akupunktur als eine effektive regulationstherapeutische Maßnahme an der Wurzel des Geschehens an.

Symptome und Ursachen von Spannungskopfschmerzen

Folgende Symptome können alleine oder in Kombination bei Spannungskopfschmerzen auftreten:

  • drückende bis ziehende Schmerzen, dumpf/diffus, flächig/überall gleichzeitig, ringförmig um den Kopf oder wie eine Bandage, nie pulsierend
  • symmetrische Kopfschmerzen auf beiden Seiten des Kopfes
  • gelegentlich in Kombination mit Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel
  • eventuell auch in Begleitung von Verstimmung/Reizbarkeit/Depression
  • körperliche Belastung verschlechtert sie nicht
  • keine verstärkte Lärm- und Lichtempfindlichkeit wie bei Migräne

Als Ursachen kommen hauptsächlich Faktoren der Lebensführung in Betracht: Stress auf Arbeit, private Konflikte, zu wenig körperlicher Ausgleich für meist sitzende Tätigkeiten in unergonomischer Fehlhaltung und mangelnde Entspannung. Aber auch Wetterschwankungen, Schlafmangel, übermäßiger Verzehr von Genußmitteln. Zudem haben emotionale Faktoren bei der Entstehung von Spannungskopfschmerzen aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM eine maßgeblichen Einfluß, aber auch sogenannte pathogene Faktoren wie Wind und Hitze, die in den Körper von Außen eindringen oder aufgrund von Mangelzuständen im Inneren entstehen könne spielen in den differentialdiagnostischen Überlegungen eine wichtige Rolle. So ist in der Unterscheidung nach Parametern wie Lokalisation, Insensität, Schmerzqualitiät, Auslöser, etc. zu klären, ob es sich um Spannungskopfschmerzen, Mangel- oder Füllekopfschmerzen, Migräne, clusterartige Histaminkopfschmerzen, Analgetika-Kopfschmerz durch Medikamentenmißbrauch oder Kombinationskopfschmerz handelt.

Eine Abklärung langanhaltender Kopschmerzen aus schulmedizinischer Sicht ist zu empfehlen, um organische oder strukturelle Gründe sicher ausschließen zu können, wie zum Beispiel Kopfverletzungen oder Hirntumore, Probleme der Halswirbelsäule oder des Kiefergelenks. Von chronischen Spannungskopfschmerzen wird unter Ausschluß organischer Ursachen bei einem Auftreten von mehr als 180 Tagen im Jahr gesprochen.

Harmonisierung des Qi durch Akupunktur bei Spannungskopfschmerzen

Oft liegen diesen Spannungskopfschmerzen Disharmonien des Qi mit Stauungen des Leber-Qi im Hypochondrium, Hitze in der gemeinsamen energetischen Schicht von Magen und Dickdarm oder Mangelzustände verschiedener Organe vor, die ein Aufsteigen des Leber-Qi oder von Hitze begünstigen. Hier kann Akupunktur regulativ und ursächlich eingreifen, um Blockaden aufzulösen, Hitze zu klären, das YANG abzusenken oder können kräuterheilkundliche Verschreibungen chinesischer Heilpflanzen das YIN und Blut nähren und aufbauen.

Diagnostische Methoden TCM: Puls- und Zungendiagnostik

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MAI JING: Klassische chinesische Pulstastung am radialen Handgelenk

 

Die Palpation der Pulse und Inspektion der Zunge sind zwei der speziellen diagnostischen Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin. Puls-und Zungendiagnostik werden seit Tausenden von Jahren als Teil der TCM angewandt und bieten eine sehr feine Diagnostik, die sogar Zustände differenziert, bevor sie pathologische Qualität erreichen. Das unterstützt die chinesische Medizin auch in ihrem präventativen Charakter.

Chinesische Pulsdiagnostik TCM

Bei der Tastung des Pulses an der radialen Arterie beider Handgelenke werden 28 verschiedene klassische Pulsqualitäten unterschieden unter Berücksichtigung aller 12 chinesischen Organpositionen in 2 Ebenen und weiterer Faktoren wie allgemeine Mittelpulsqualität, Verwurzelung des Pulses und energetischer Blockaden. Faktoren wie Kraft, Volumen, Frequenz und Rhythmus sowie spezielle Eigenschaften und Auffälligkeiten fließen in die Beurteilung ein. Die chinesische Pulsdiagnostik ist eine sehr feine Diagnoseform, die schwer zu erlernen ist und viel Zeit, Beobachtung und Erfahrung des Therapeuten braucht.

Die chinesische Pulsdiagnostik ermöglicht Aussagen zu den vitalen Substanzen Qi (Energie) und Xue (Blut), dem Zustand einzelner Organe und der drei Leibeshöhlen JIAO sowie der konstitutionellen Gesamtverfassung. Sie liefert eine aktuelle Momentaufnahme des energetischen Zustandes des Patienten.

Chinesische Zungendiagnostik TCM

Der Zustand der inneren Organe läßt sich aufgrund ihrer Zuordung zu bestimmten Regionen der Zunge beurteilen. Grundsätzlich sind die Form und Farbe des Zungenkörpers sowie die Beschaffenheit des Zungenbelages von diagnostischem Interesse. Der Zungenkörper macht eine grundsätzliche Aussage zu Konstitution und Qualität des Qi, der Zungenbelag gibt Aufschluß über pathogene (krankmachende) Faktoren, die entweder von außen eingedrungen sind oder aus inneren pathologischen Prozessen stammen.

Kriterien Form, Farbe, Belag der Zunge

Die Form der Zunge läßt Rückschlüsse auf innere pathogene Faktoren wie Feuchtigkeit oder Trockenheit zu, die Farbe der Zunge macht eine Differenzierung der Pathogene in Hitze oder Kälte möglich und gibt Aufschluß, wie tief sie bereits in den Körper eingedrungen sind. Auch gibt sie Informationen zur Beschaffenheit des Qi des Patienten und den verliegenen pathogenen Mustern.

Der Zungenbelag ist vor allem zur Beurteilung des Magen-Qi von Bedeutung und liefert relevante Informationen zur Funktionalität des gesamten Verdauungsapparates sowie eine Einschätzung der Chronizität des pathologischen Prozesses.

Energetische Momentaufnahme

Die Einzelbefunde aus chinesischer Puls- und Zungendiagnostik werden stets im Kontext weiterer Befunde der ausführlichen Anamnese, Anlitzdiagnostik, Bauchpalpation (Haradiagnostik) sowie Meridianpalpation oder Druckdolenz spezifischer Akupunkturpunkte gesehen. Zusammen ergeben sie eine sehr feine Diagnostik, die Therapeuten der Traditionellen Chinesische Medizin |TCM in die Lage versetzt, aktuelle Zustände bereits zu differenzieren, bevor sie sich als Krankheiten im Sinne der westlichen Schulmedizin manifestieren.

Daoismus: Grundpfeiler der TCM, Teil I

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Das Ensō – Symbol der Leerheit und Vollendung

 

Drei Lehren prägten Philosophie und Religion der alten Hochkultur China: Daoismus, Buddhismus, Konfuzianismus. In drei Beträgen sollen sie im Hinblick auf die Traditionelle Chinesische Medizin|TCM kurz skizziert werden.

Daoismus: Religion oder Philosophie? 

Der Daoismus ist eine der großen Drei Lehren Chinas, die sein Weltbild und seine Kultur über Jahrhunderte bis heute hinein prägten. Die fünf antiken daoistischen Wissenschaften basieren auf ihm: Kampfkünste, Feng Shui, Qi Gong, Astrologie und Medizin. Auch wirkte er in weite Teile der Gesellschaft und fast in alle Bereiche der Politik, Wirtschaft, Künste, Philosophie und Geographie.

Begriffsklärung Daoismus

道教 Dàojiào – Lehre des Weges: Daoismus leitet sich vom Begriff DAO ab, der schon vor Laozis Werk Daodejing (4. Jhd. v.Chr.) in der chinesischen Philosophie existierte. Er nimmt Stömungen der chinesischen Antike in sich auf, meist Konzepte der Zhou-Zeit (1045-256 v.Chr) wie etwa die Lehren vom Qi, Yin und Yang sowie die Kosmologie von Himmel-Erde-Mensch. Ein zentrales Thema des Daoismus ist die Suche nach Unsterblichkeit. Mittels verschiedener Techniken wie Qigong, (Atem)Meditation, Alchemie und Magie sollte sie erreicht werden, dabei ist sie nicht materiell, sondern als Unsterblichkeit des Geistes zu verstehen. Einer der 僊 Xiān – Unsterblichen war 黃帝 Huángdì – der mythische gelbe Kaiser, dessen Kompendium chinesischer Medizintexte noch bis heute als klassisches Standardwerk der Chinesischen Medizin Gültigkeit behält.


Dào ist allumfassend und meint sowohl die dualistischen Bereiche der materiellen Welt, als auch die transzendenten jenseits der Dualität. Das Dào ist also sowohl ein Prinzip der Immanenz als auch der Transzendenz. […] In seiner transzendenten Funktion, als undifferenzierte Leere ist es die Mutter des Kosmos, als immanentes Prinzip das, was alles durchdringt.


DàoMethode, Prinzip, der rechte Weg, aber mehr im ursprünglichen Sinne das große – schöpferische – Eine, Transzendente, höchste Wirklichkeit und Wahrheit. Es ist unbenennbar, jenseits der Begrenzung aller Begrifflichkeit und tritt nur durch sein Wirken in der Polarität von YIN und YANG in Erscheinung: Dem Gegensatz von Sein und Nicht-Sein, dem Ursprung von Energie und Materie, der durch Wandlung und Bewegung die zehntausend Dinge des Kosmos hervorbringt; ebenso ihre Ordnung und auch die Vereinigung eben dieser Gegensätze. Abstrakt und schwer faßbar, jenseits unserer alltäglichen Vorstellungskraft bleibt es das DAO.

無爲 Wǔwēi wird häuftig als Nicht-Eingreifen oder nicht Nicht-Handeln übersetzt, dies verkürzt seine Bedeutung jedoch recht stark. WUWEI entspricht dem Prinzip der spontanen Handlung ohne großen Kraftaufwand – seine Energie nicht aufbrauchend durch ein Handeln, das gegen den natürlichen Lauf der Dinge und dem Wirken des DAO gerichtet ist. Diese ordnen sich von selbst und gehorchen einer höheren Ordnung, dem DAO. Durch den angestreben reinen und nicht selbstbezogenen Geist soll leeren Herzens ein absichtsloses Handeln möglich sein, das frei von Wünschen, Begierden und Anhaftungen ist.

Daoistische Aspekte in der TCM

Zahlreiche Elemente der Chinesischen Medizin sind daoistischer Herkunft oder Prägung: Die Lehre vom Qi, YIN und YANG, das YI JING, die Kosmologie von Himmel-Erde-Mensch, Techniken des YANGSHENG wie Qi Gong und alchemische Vorstellungen als Techniken der körperlichen und geistigen Selbstkultiverung.

Teils philosophische Naturanschauung, teils Religion ist der Daoismus in seinen antiken Wurzeln authentisch chinesisch und ein gedanklicher Grundpfeiler der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM, auch hier im modernen Westen.

Gua Sha: Therapeutische Methoden TCM, Teil 1

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Gua Sha: Vorübergehende therapeutische Petechien (Kapillareinblutungen)

 

Gua Sha ist ein altes Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin |TCM, das neuerdings verstärkt in das breite Interesse wissenschaftlicher Forschung in China und im Westen rückt.

Was ist Gua Sha?

Es handelt sich hierbei um eine therapeutische Schabetechnik, die mittels eines geeigneten Schabers aus Jade, Keramik, Kunststoff oder Horn zumeist auf dem Rücken oder Nacken ausgeführt wird. Es kommt zu kleinen kapillaren Einblutungen in den unteren Schichten der Haut, sogenannte Petechien, die ausdrücklich erwünscht sind und nach wenigen Tagen vollständig vom Körper resorbiert werden. Gua Sha besitzt einen entzündungshemmenden und immunmodulierenden Effekt.

Neuere Erkenntnisse zur Wirkung von Gua Sha

Die biomechanischen Wirkungen von Gua Sha wurden in den letzten Jahren zunehmend erforscht. Durch Anwendung von Gua Sha kommt es zu einem signifikanten Anstieg der lokalen oberflächlichen Mikroperfusion, der Mikrozirkulation von Blut in den obersten Hautschichten. Es regt die Genexpression des Enzyms Hämoxygenase-1 (HO-1) an, dem eine antiinflammatorische (entzündungshemmende), antioxidative (Abbau von oxidativen Stress) und cytoprotektive (zellschützende) Wirkung zugeschrieben wird. Dieses Enzym wird nicht nur lokal sondern auch systemisch in mehreren Organen ausgeschüttet. Zudem zeigt es eine immunmodulierenden und virustatischen Effekt.*

Traditionelle Indikationen für Gua Sha

Eine Reihe von klassischen Indikationen beruht auf dem Erfahrungswissen der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM, langjährige empirische Beobachtung vom Nutzen der Anwendung von Gua Sha über mehr als 2000 Jahre bei folgenden Erkrankungen: Chinesische Blutstase-Krankheiten, Muskelhartspann, Myalgien, Schmerzsyndrome, Kopfschmerzen, Fiebersenkung, chronische Entzündungszeichen (wie bei Allergien, Autoimmunerkrankungen, etc.).

Neue Anwendungsgebiete von Gua Sha

Durch die neuerliche Forschung ergeben sich potenziell neue Therapieoptionen für folgende Krankheitsbilder: Migräne, Asthma, Post-Zoster-Neuralgie, Brustschmerzen/-Distension, geringgradige Darmentzündungen, chronische Leberentzündungen (HBV/HCV).

QUELLE: http://www.pacificcollege.edu/acupuncture-massage-news/press-releases/1198-the-science-of-gua-sha.html

 

*Die Rolle von Hämoxygenase-1 bei der Entwicklung von Folgeerkrankungen bei Adipositas wird derzeit in der westlichen Forschung diskutiert.

Zahnschmerzen: Akupunktur kann helfen

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Zahnschmerzen: Eine Indikation für Akupunktur

 

Akupunktur bei Zahnschmerzen scheint nicht vorrangig therapeutisches Mittel der Wahl zu sein, kann aber eine wirksame Behandlungsoption darstellen, um Zahnverlust zu vermeiden.

Akupunktur bei Zahnschmerzen

Das Verfahren der Akupunktur hat ein sehr breites Spektrum der möglichen Indikationen, hierzulande wird sie oft bei akuten und chronischen Schmerz-Syndromen angewendet. Weniger bekannt ist, dass Akupunktur bei Zahnschmerzen erfolgreich angewendet werden kann, um den Schmerz zu lindern und größere Schäden an der Zahnsubstanz und eventuellen Zahnverlust zu vermeiden. Dabei ist natürlich die Konsultation eines Zahnarztes unerlässlich, jedoch kann Akupunktur unterstützend bei akuten Entzündungsprozessen im Zahnbereich eingesetzt werden – bevor der Zahnarzt den Bohrer ansetzen muss.

Symptome und Ursachen von Zahnschmerzen

Bei akuten Entzündungen der Zahnwurzel, Schmerzen im Zahn handelt es sich meist um eine sogenannte lokale Fülle-Hitze mit folgenden Symptomen: Warm-Kalt-Sensibilität, Vibrationsempfindlichkeit, Schmerzen beim Kauen, Ausstrahlung in die vordere Halsmuskulatur, Stirnkopfschmerzen, evtl. Neigung zu Karies.

Die Ursache kann möglicherweise ganz woanders liegen, oft lässt sich ein Zusammenhang mit chronischen Magensymptomen wie Sodbrennen, saures Aufstoßen, Reflux, Brennen nach dem Essen, Entzündungen der Magenschleimhaut oder der Speiseröhre herstellen, die auf eine pathogene Fülle im Magen hinweisen. Im Sinne des 5 Wandlungsphasen-Konzeptes WU XING der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM entspricht dies einem pathologischen Geschehen auf der Achse Erde-Wasser, den Wandlungsphasen, die die Organpaare Milz |Magen und Niere|Harnblase repräsentieren. Im sogenannten Überkontroll-CHENG-Zyklus greift das Pathogen aus der Wandlungsphase Erde – in diesem Fall Hitze – die Zähne an, die der Wandlungsphase Wasser zugeordnet werden.

Meridiandrainage bei Zahnschmerzen

Unbesehen vom konstitutionellen Moment einer solchen Veranlagung zu Karies und Wurzelentzündungen kommt eine sogenannte Meridiandrainage erfolgreich zur Anwendung: Wenige Nadeln entlang bestimmter Punkte der betroffenen Leitbahnen, die energetisch auch den Ober- und Unterkiefer versorgen zerstreuen die Fülle-Hitze und leiten sie aus der betroffenen Kieferregion ab bzw. über andere energetischen Bezüge aus dem Körper aus.

Wichtig zur weiteren Vorbeugung ist eine Betrachtung des gesamten Zusammenhanges und die ausführliche Anamnese im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM. Daraus kann dann eine Behandlungsstrategie abgeleitet werden, die die Ursache berücksichtigt, anstatt wie zum Beispiel durch Einsatz von Schmerzmitteln lediglich das Symptom – hier Zahnschmerzen – zu unterdrücken.

GO WEST: TCM | Akupunktur Berlin Charlottenburg

akupunktur berlin charlottenburg
BRUNNENKUPPE HEILPRAXIS: Die Adresse für Akupunktur in Berlin-Charlottenburg

 

Praxis für Akupunktur Berlin-Charlottenburg

Akupunktur Berlin Charlottenburg: Ab April 2015 wird BRUNNENKUPPE HEILPRAXIS Heilpraktiker Karl-Konstantin Arnold zusätzlich an einem weiteren Standort in der westlichen Innenstadt Berlins ganzheitlich chinesische Therapie anbieten:

Klassische Akupunktur|Traditionelle Chinesische Medizin|TCM im angenehmen und entspannenden Ambiente des Charlottenburger Kiezes rund um die Mommsenstraße – einem wahren Ruhepol in Nähe des geschäftigen Kurfürstendamms.

Was ist Akupunktur |TCM?

Die chinesische Akupunktur nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin|TCM ist eine sanfte Methode zur Regulation der körpereigenen Energie unter Berücksichtigung des ganzheitlichen Zusammenspiels von Körper, Geist und Seele. Verwendet werden sehr dünne Nadeln, die schmerzarm unter die Haut gebracht werden und das sogenannte Qi, die Energie des Körpers harmonisieren. Die Behandlung findet meist im Liegen statt, der Patient erfährt oft eine tiefe Entspannung, die in den Alltag nachwirkt und auch auf eine psychoemotionale Ebene Einfluss nehmen kann.

In einer ausführlichen Anamnese werden alle relevanten Symptome erfasst, die chinesische Puls- und Zungendiagnostik liefert weitere wertvolle Befunde für das Verständis der zugrundeliegenden energetischen Muster.

Weitere Informationen zu Akupunktur und TCM finden Sie hier:
AGTCM – Was ist Akupunktur?

Die Adresse für Akupunktur in Berlin-Charlottenburg

Sie finden uns hier in der Mommsenstraße 9, 10629 Berlin-Charlottenburg, S Savignyplatz, U1 Uhlandstraße, M19/29 Bleibtreustraße.

Termine nach telefonischer Vereinbarung: +49 (0)30 2109 2994

Standort Berlin-Charlottenburg auf Google Maps

Die Adresse für Akupunktur in Berlin-Mitte

Ebenso unter gewohnter Adresse: BRUNNENKUPPE HEILPRAXIS, Heilpraktiker Karl-Konstantin Arnold, Rheinsberger Str. 71, 10115 Berlin-Mitte, U8 Bernauer Straße, M10 Brunnen-/Bernauer Straße.

Termine nach telefonischer Vereinbarung: +49 (0)30 2109 2994

Standort Berlin-Mitte auf Google Maps

GAN QI FAN WEI Leber-Qi dringt in den Magen ein

leber qi attackiert magen
GAN, das chinesische Schriftzeichen für Leber

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen. Im Folgenden ein Muster, das die Bezugsachse der Wandlungsphasen Holz und Erde bezeichnet.

Pathologie Leber-Qi attackiert Magen

Blockiertes Leber-Qi – maßgeblich aufgrund emotionaler Faktoren – unterbricht den Qi-Mechanismus, das stagnierte Qi greift auf den Magen über und stört dessen natürliches Absteigen des Magen-Qi. Es kommt zu rebellierendem Magen-Qi und einer Beeinträchtigung der Milz, Flüssigkeiten umzuwandeln und im Folgenden zu Ansammlungen von Schleim. Dieser verstärkt wiederum die Blockade im Mittleren Erwärmer, ein Teufelskreislauf entsteht.

Ursachen von Leber-Qi attackiert Magen

Langanhaltende emotionale Faktoren, Stress, unregelmäßiger Lebenswandel, mangelnder Ausgleich von Arbeit und Anspannung durch Freizeit und Bewegung, erhitzende Ernährung (Alkohol, Kaffee, Schokolade, etc.) im Übermaß, zu unregelmäßig, zu schwer, zu fettig lassen das Leber- und/oder Milz- und Magen-Qi blockieren sowie unterbrechen die Leber-Magen-Achse.

Symptome bei Leber-Qi attackiert Magen

Rezidivierender saurer Reflux, Sodbrennen, Aufstoßen, Appetitverlust, morgendliche Übelkeit, Blähungen, Obstipation und weiche Stühle im Wechsel.  Völlegefühl, Beklemmungsgefühl in der Brust, Ängstlichkeit, ständiges Sorgen machen. Zusätzlich zu den Symptomen des zugrundeliegenden Leber-Qi-Staus: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Depression, Schwindel, Spannungskopfschmerz, unregelmäßige Menstruation, prämenstruelle Brustspannung, Verspannungen von Nacken und Schulter, kalte Finger und Zehen.

Weiterer Verlauf von Leber-Qi attackiert Magen

  • Magen und Leber-Hitze, oft bedingt durch Ernährungsfaktoren
  • Verkomplizierung durch Feuchte Hitze und Schleim
  • Yin-Mangel aufgrund von anhaltender stagnierender Hitze; gastrointestinale Blutungen aufgrund von Fülle-Hitze

GAN QI YU JIE Leber-Qi-Stagnation

leber qi stagnation
GAN, das chinesische Schriftzeichen für Leber

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen. Im Folgenden ein erweiternder Ausblick auf ein Syndrommuster, das oft einen ursächlichen Bezug zur Pathologie der Mitte hat.

Pathologie der Leber-Qi-Stagnation

Die Stagnation des Leber-Qi verursacht eine Blockade des Qi, meist im Mittleren Erwärmer – dem oberen Abdomen. Die Leber versagt bei der Regulierung des Qi und das fehlende Bewegungsmoment führt zu einer Unterbrechung des Qi-Mechanismus. Da die Qi-Bewegung auch durch den Gastrointestinaltrakt verlangsamt ist, werden die Muster der Qi-Stagnation oft von Verstopfung begleitet sowie von Flüssigkeitsansammlungen aufgrund der beeinträchtigten Milzfunktion.

Ursachen einer Leber-Qi-Stagnation

Der Leber-Qi-Stau hat eine starke emotionale Komponente: Langanhaltende Emotionen, Wut, Ärger, Groll blockieren den freien Fluß des Leber-Qi. Auch akute Stresssituationen können Auslöser sein. Mangelnde Durchlässigkeit des Zwerchfells aufgrund von muskulären Verspannungen sowie unregelmäßige, verflachte Atmung lassen das Qi nicht aufsteigen und führen zu einer Ansammlung unterhalb des Diaphragmas. Der emotionale Aspekt ist eines der Leitsymptome aller Variationen von Leber-Qi-Stagnation.

Symptome einer Leber-Qi-Stagnation

Chronische epigatrische und abdominale Distension, Völle und Unwohlsein, Spannungen im Hypochondrium, Schmerzen oder Engegefühl, meist auf der rechten Seite stärker, gelegentlich wandernd. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depression. Appetitverlust, Verdauungsstörungen, Darmgeräusche, Blähungen, Wechsel von Obstipation und Diarrhö. Eventuell einhergehend mit Nackenverspannung, Spannungskopfschmerz, kalten Finger und Zehen. Alle Symptome haben einen klaren Bezug zu Emotionen und Stress, dem der Patient ausgesetzt ist.

Weiterer Verlauf einer Leber-Qi-Stagnation

  • Beeinträchtigung der Milz und Magenfunktionalität können zu Blut-Mangel oder -Stase, Milz-Qi-Schwäche, Feuchtigkeitsansammlungen oder Hitze führen
  • oft einhergehend mit Leber-Blut-Mangel oder Leber-Yin-Mangel
  • Auswirkungen auf die Fortpflanzungsorgane, Kälte in der Leber-Leitbahn, Libidoverlust, erektile Dysfunktion

WEI HUO Magen-Hitze | Feuer

WEI HUO Magen-Hitze
WEI, das chinesische Schriftzeichen für Magen

 

Aspekte der Mitte: Exemplarisch sollen ausgewählte Muster der Syndromlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin das Konzept der Mitte umschreiben. Es steht für Milz und Magen, die zentralen Organe des Transports, Transformation und Integration der Nahrung und der daraus gewonnenen Nahrungsessenzen.

Pathologie der Magen-Hitze

Magen-Hitze kann sich aus dem Muster Leber-Qi dringt in den Magen ein heraus entwickeln oder mit dem übermäßigen Konsum erhitzender Nahrung verknüpft sein. Es kommt zu Bildung von Hitze im Magen. Die Hitze trocknet die Flüssigkeiten ein und lässt das Magen-Qi aufsteigen. Dies ist ein sehr häufiges Muster und spricht gemeinsam mit einer Nahrungsumstellung gut auf eine Behandlung mit Akupunktur und Kräutern an.

Ursachen einer Magen-Hitze

Überessen mit schwerer, erhitzender Nahrung führt zu Ansammlung und Stagnation – besonders durch Schokolade, Kaffee, Alkohol. Emotionale Faktoren sind bei der Entstehung dieses Musters dem Einfluss der Nahrung untergeordnet, jedoch löst Stress die Symptomatik des Sodbrennens aus oder verstärkt sie.

Symptome einer Magen-Hitze

Sodbrennen, saurer Reflux, Aufstoßen, brennende Schmerzen im Epigastrium, Durst nach kalten Flüssigkeiten, trockener Mund, Mundgeruch, Zahnfleischentzündung, Mundulzera,Verstopfung, übelriechende Stühle, Reizbarkeit, hitziges Temperament.

Weiterer Verlauf einer Magen-Hitze

Bei einem chronischen Zustand werden die Symptome einer Magen-Hitze oft durch einen allgemeinen YIN-Mangel verstärkt, der mit Symptomen wie Hitzewallungen, Wangenröte, Nachtschweiss, nervöser Unruhe, Agitiertheit und Schlafproblemen einhergeht.

Zusätzlich können folgende verkomplizierenden Faktoren vorkommen:

  • Hitze kann in Kombination mit Feuchtigkeit und auch mit Kälte aufgrund eines Mangels im Mittleren Erwärmer (Milz und Magen) auftreten
  • Akkumulation als Schleim-Feuchtigkeit blockiert das Absteigen des Magen-Qi, das daraufhin rebellisch aufwärts steigt