FEUER, DAS DIE ERDE NICHT NÄHRT … (Diplom Agtcm, 2014)

diplomarbeit
… FÜLLE IM PERIKARD, LEERE IM LEBEN: Ein Versuch zu Sexuellem Suchtverhalten

 

Die Diplom-Arbeit als Akupunkteur an der Shou Zhong, Berlin nun als eBook erhältlich: Sexuelle Suchtstörung unter der Betrachtungsfolie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). 

Seit Beginn der Ausbildung beschäftigt mich eine Beobachtung: Menschen, die diese sehr yangige Fähigkeit besitzen, schnell und viele soziale Kontakte zu knüpfen, in Gruppen die Funktion von sozialem Bindemittel übernehmen und Netzwerke aufbauen, im Leben jedoch unstet und flüchtig wirken, Projekte nicht in die Reife führen und genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind. Feuer, das die Erde nicht nährt – lässt sich dieses Phänomen in der TCM-Theorie verorten oder sogar im Pulsbild ertasten? Ist dies eine Pathologie des Feuerelements? Wenn dem so ist, wodurch wird sie bedingt und welche Strategien ließen sich therapeutisch in Erwägung ziehen? Was sind die psycho-emotionalen Aspekte dieses Themas? Was sind die psychosomatischen Implikationen einer schwachen Mitte im Hinblick auf das Feuerelement? In einer konzeptionellen Materialsammlung sollen diese Fragestellungen in Perspektive auf immaterielles Suchtverhalten untersucht werden.


Leseprobe: Sexualität

Die sexuelle Energie wird als Wind des Geistes SHEN FENG beschrieben und ist ein Weg, um YIN und YANG zu verbinden, es kann die Energie für Erneuerung und Wiedergeburt sein, aber auch erschöpfend und leer. Es ist eine medizinische Methode, um das QI und XUE zu tonisieren, die QI-Zirkulation anzuregen und das JING zu stärken. Sex ist Ort des Kontrollverlusts, in dem der Wandlungsphasenlogik nach das Potential des Wassers Kraft des Holzes ins Feuer fließen gelassen werden kann. Sehr oft jedoch verselbständigt sich die Holzdynamik des ministeriellen Feuers und gelangt nicht ins Herrscherfeuer, das Herz wird nicht gewärmt, sondern die Dynamik verraucht in blanker Triebbefriedigung und Dampfablassen. Dabei ist für manche der Orgasmus ein elektrisierender Moment nahe der Erleuchtung bzw. dem kosmischen SHEN und der höheren Ordnung.

Sexualität ist in ihrem Wesen ambivalent. Sie kann sich einerseits in Liebe entfalten, die das Interesse am spirituellen Wachstum des Anderen bedeutet, sie kann das leidenschaftliche Feuer der Hingabe darstellen, das die Erde nährt und liebevolle zwischenmenschliche Beziehungen wachsen und reifen lässt sowie Kinder oder Projekte in die Reife führt. Andererseits kann sie die destruktiven Abgründe menschlicher Triebe und Instinkte auftun, Selbstzerstörung und –verachtung aus einem Gefühl geringer Selbstwertschätzung und mangelnder Integration eigener Schattenanteile bedeuten. Sie kann Mittel zum Zweck sein, sich in eine Opferrolle zu begeben.

Laut Hammer wird eine erwachsene Sexualität durch die Perikard-Funktion derVereinigung geistiger (Herz) und genitaler Liebe (Leber/Niere) über die freie, offene Passage des Mittleren JIAO (Milz) möglich: Der Bote, der Freude bringt.


 

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Veröffentlicht von

BRUNNENKUPPE

acupuncturist|german heilpraktiker|naturopathic practitioner

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